Stadtrat ändert die Prioritäten

Förderung Stadtsportverband kritisiert Änderungen

Der Stadtrat von Crimmitschau ändert die Prioritäten bei der Vereinsförderung. Die Abgeordneten haben in der vergangenen Woche eine Änderung der Vereins- und Sozialförderrichtlinie entschieden. Die wichtigste Neuerung: Für die Nutzung der Sportstätten durch Erwachsene müssen die Vereine die kompletten Kosten tragen. Dagegen wird für Angebote im Kinder- und Jugendbereich nichts mehr in Rechnung gestellt. Mit 17-Ja-Stimmen, einer Enthaltung und vier Nein-Stimmen wurde die Änderung beschlossen.

"Das Ergebnis ist eine politische Richtung. Es war richtig, dass wir uns dafür so viel Zeit genommen haben", sagte Stadträtin Christine Venzmer (Für Crimmitschau). Stadtrat Stephan Theuring (CDU) ergänzte: "Wir finden die Entscheidung zur Änderung gut." Stadtrat Claus Favreau (SPD) lobte die gute Zusammenarbeit zwischen Stadt und Vereinen in der Debatte. Von den Stadträten Lutz Baumgärtel (FDP) und Wolfgang Spiegelberg (Linke) gab es Kritik, weil in Zukunft auch für Wettkämpfe im Erwachsenenbereich die kompletten Kosten von den Vereinen getragen werden müssen - dabei nehmen die Sportler eine Repräsentanten-Rolle von Crimmitschau ein.

Deutliche Worte hat Stadtsportverband-Präsident Dirk Drewanz nach der Abstimmung gefunden. "Die Gier hat über die Vernunft gesiegt", sagte er nach der Sitzung des Stadtrates. Er befürchtet: "Damit ist das Aus für Sportgruppen besiegelt, in denen ausschließlich Erwachsene trainieren. Zudem besteht die Gefahr, dass Sportler in andere Vereine abwandern". Auf Vereine, die ausschließlich Angebote für Erwachsene unterbreiten, kommen Mehrkosten im vierstelligen Bereich zu. Anfang Oktober hatte Dirk Drewanz gefordert, dass noch an einigen Stellschrauben gedreht wird. Damit stieß Drewanz jedoch auf Granit.