Stein aus Nieder-Hasslau auf Reisen

Zeitzeugen Karl-Ernst Müller entdeckt Zwickauer Spuren an der Nordseeküste

Spuren der Muldestadt entdeckte Karl-Ernst Müller aus Zwickau auf Norderney. Im dortigen Kaiser-Wilhelm-Denkmal, aus vielen Steinen mit Städte-Inschriften zusammengefügt, stellt der Zwickauer Stein, gleich links neben dem Hauptstein, eine Dominante dar. Müller meinte erfreut: "Warum auch immer. Nur Aachen ist zentraler." Er sprach mit dem stellvertretenden Bürgermeister Herbert Visser über die furchtbaren Springflutkatastrophen der Vergangenheit, das große Trinkwasserreservoir unter der Insel eine sogenannte "Wasserblase" sowie die strategische Bedeutung, die die Insel mit einer zweispurigen Eisenbahnstrecke zum Geschütztransport einst besaß. Natürlich war auch das Denkmal ein Thema. Aus Papieren ging hervor, dass der Stadtrat von Zwickau damals den Stein ab ´Riesa oder Wallwitzhafen´ in Dessau verschiffen wollte, um Kosten zu sparen, die bei einem Transport mit der Eisenbahn wohl höher angefallen wären. Am 19. Juli 1890 teilt Stadtbaurat Kretschmar mit, dass der ´Steinblock nunmehr fertig gestellt´ sei und dem Spediteur Naundorff übergeben wurde. Der Stein stammt aus einem in der Dorfflur von Nieder-Hasslau gelegenen Steinbruch. ´Er gehört zu den Hornblenden Augit- und Chlorit-Gesteinen des oberen Cambriums, die unter dem Namen ´Grünsteine´ zusammengefasst sind. Die Festigkeit und Beständigkeit des Steines werden im Schreiben als vorzüglich bezeichnet. Am 31. Juli gleichen Jahres teilte der Spediteur der ´Badedirection´ auf Norderney mit, dass der roh einseitig behauene Grünstein, 666 Kilogramm schwer, in nächster Zeit auf der Insel eintreffen wird. msz/kem