Streit in Flüchtlingsunterkunft am Scheffelberg

Asyl Flüchtlinge wehren sich gegen Unterbringung von Alleinreisenden

Auch Flüchtlinge haben mitunter Probleme, die Willkommenskultur unter allen Umständen gut heißen zu können. Am Samstag kam es in der Erstaufnahme am Campus Scheffelberg zu einer Auseinandersetzung zwischen Bewohnern und Neuankömmlingen. Rund 50 allein reisende Männer vor allem afghanischer Herkunft sollten in der Halle untergebracht werden. Dagegen wehrten sich die bisherigen Bewohner und blockierten den Zugangs zum Gebäude.

Den Grund für ihren Widerstand erklärt der junge Syrer Hassan: "Wir sind Familien aus Syrien und dem Irak. Unter uns sind Kinder und Frauen, auch schwangere. Es geht nicht, dass die Afghanen zu uns in die Turnhalle kommen." Doch das deutsche Asylrecht sieht solche Ausnahmen nicht vor. Mit 40 Beamten war die Zwickauer Polizei deshalb am Nachmittag auf den Scheffelberg ausgerückt - eine Drohgebärde, die Wirkung zeigte. Friedlich hätten die Bewohner ihre Blockade aufgegeben, erklärt die Polizei später. Gegen 17 Uhr habe sich die Lage beruhigt.

Mit dieser Lösung wollten sich viele der alten Bewohner zunächst nicht abfinden. Rund 30 Menschen - junge Männer, aber auch Frauen, Alte und Kinder - stehen kurze Zeit darauf mit fertigem Reisegepäck vor dem Campus. "Wir kommen nicht zurück", sagt Hassan. Als sie gehen, eilt ihnen eine besorgte ehrenamtliche Helferin hinterher. Möglicherweise ist es ihrem Einsatz zu verdanken, dass die meisten wenig später zurückkehren. Ob sich der Konflikt zwischen den Flüchtlingen fortgesetzt hat, mochte der für die Einrichtung zuständige DRK-Leiter nicht kommentieren.

Die Sporthalle der WHZ wird von der sächsischen Landesdirektion in Chemnitz als "zeitweilige Unterkunft im Rahmen der Erstaufnahme von Asylsuchenden" geführt und gemeinsam mit dem Zwickauer DRK-Kreisverband betrieben.