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Student erfindet SchlossHartensteinneu

Sanierung Bachelorarbeit zeigt Wiederaufbau der zerstörten Anlage

Hätten die Nazis sich 1945 nicht im Schloss Hartenstein vor den Amerikanern verschanzt, wäre der mittelalterliche Prachtbau wahrscheinlich nicht zerstört worden. Somit wäre auch das Thema von Ralf Femmers Bachelorarbeit überflüssig gewesen. Der Absolvent des Studiengangs Architektur der Hochschule Zittau-Görlitz ließ am Donnerstag das Schloss in neuem Glanz erstrahlen - auf Papier wohlgemerkt. Im Rittersaal der Oberburg präsentierte er vor einem guten Dutzend Zuhörern seine Abschlussarbeit: den Entwurf eines komplett wieder aufgebauten Schlosses.

"Es ist als Ferienhotel mit 60 Betten konzipiert", sagt Femmer. Neben dem Hotel dürfen in der Anlage auch die Ritter von heute einziehen: Mittelaltervereine, welche die Ruinenkulisse bisher nur als Freilichtbühne nutzten. Auch ein Trauzimmer, ein Festsaal und ein Museum sind vorgesehen.

Sein Vorgehen erklärt Femmer so: "Was vom alten Schloss vorhanden ist, sollte möglichst erhalten werden. Gleichzeitig habe ich mit ansteigenden Dachfürsten, die vom ursprünglichen Original verschieden sind, einen neuen Identifikationspunkt geschaffen. Interpretierende Rekonstruktion nennt man das." Seine wissenschaftlichen Betreuer und Gutachter, Prof. Peter Prohl und Dr. Annette Haufe, entließen ihn mit einer Bestnote.

Dass der Plan in die Tat umgesetzt wird, glaubt Ralf Femmer nicht. Die Baukosten würden bei etwa 20 bis 25 Millionen Euro liegen, so seine Schätzung. "Was ich in dieser Bachelorarbeit produziert habe, ist sogenannter Edelschrott", gibt er unumwunden zu. Hertha Sellmair, die sich als Vorsitzende des Fördervereins um den Wiederaufbau der Schlossruine kümmert, möchte die Anlage stattdessen weiter zum Kulturdenkmal ausbauen. "Wenn das Bestehende hergerichtet ist, haben wir doch etwas erreicht", sagt sie.



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