Studie zeigt: Schüler lesen zu wenig

Lesewettbewerb Kinder sollen ihre Leseleistungen verbessern

studie-zeigt-schueler-lesen-zu-wenig
Lucy Nater (1. Reihe, mittig) gewann den diesjährigen Vorlesewettbewerb an ihrer Schule und kommt in die nächste Runde. Foto: Nicole Schwalbe

Wilkau-Haßlau. "Helft anderen Kindern, wieder Spaß am Lesen zu haben und empfehlt gute Bücher", sagte Susanne Strobel vom mobilen Buchservice zur Siegerehrung des Vorlesewettbewerbs am Gymnasium "Am Sandberg". Gemeinsam mit mir als Buchautorin "Lilly Fröhlich" war sie Jurorin des Wettbewerbs, bei dem die sechs besten Schülerinnen der sechsten Klassen in der Endrunde erst mitgebrachte Bücher und dann einen Fremdtext lasen.

Lucy Nater setzte sich hier, dicht gefolgt von Antonia Will, in der letzten Runde durch. Die Schüler können sich bis an die Spitze des Bundessiegers lesen. Seit 1959 wird der Vorlesewettbewerb deutschlandweit vom Börsenverein des Deutschen Buchhandels jährlich in Zusammenarbeit mit Buchhandlungen, Bibliotheken, Schulen und kulturellen Einrichtungen veranstaltet. Es geht über mehrere regionale Ebenen bis zum Bundesentscheid.

Jeder achte Viertklässler erreicht den Mindeststandard nicht

Laut der internationalen IGLU-Lesestudie 2016, die erst vor wenigen Tagen in Berlin veröffentlicht wurde, sind die Leseleistungen deutscher Schüler bedenklich. "Jeder fünfte Viertklässler kann Texte nicht richtig lesen und verstehen", zitierte Strobel aus der Studie. Jeder achte Viertklässler in Deutschland erreicht nicht einmal den Mindeststandard. Mittlerweile sind 20 Länder besser als die getesteten 4300 deutschen Schüler, 47 Länder haben sich an der Studie beteiligt.

Die Studie macht deutlich, dass nirgendwo der Einfluss des Elternhauses auf die Leseleistung der Kinder so groß ist wie in Deutschland. Kinder von Elternhäusern mit mehr als 100 Büchern im häuslichen Regal liegen leistungsmäßig um ein ganzes Schuljahr vor Gleichaltrigen. Die Studie "Stiftung Lesen" führte die erschreckende Zahl von 7,5 Millionen erwachsenen Menschen auf, die trotz Schulbesuch an Analphabetismus leiden. "Lesen ist darum elementar wichtig", so Strobel.