Tödlicher Unfall bei Sachsen-Rallye: Fahrer sprechen Anteilnahme aus

Motorsport Am Freitagabend kam es beim Rallye-Fest zu einem Unglück

Zwickau. 

Zwickau. Alles war bestens vorbereitet und die äußeren Rahmenbedingungen stimmten, doch nur einige Minuten nach Beginn des diesjährigen Rallye-Festes in und um Zwickau wurde dieses jäh beendet. Auf der ersten Wertungsprüfung der Sachsen-Rallye ereignete sich am Freitagabend ein tragischer Unfall, bei dem das Rallye-Team Kai Günther/Sebastian Walker kurz nach dem Start von der Strecke abkam.

Sicherungs- und Rettungskräfte waren sofort vor Ort, doch trotz aller Bemühungen erwiesen sich die Verletzungen des 48-jährigen Fahrers aus Lößnitz als zu schwer, sodass er noch an der Unfallstelle verstarb. Der vier Jahre jüngere Beifahrer aus dem schleswig-holsteinischen Trittau kam per Hubschrauber ins Krankenhaus, wo er seinen Verletzungen ebenfalls erlag. Der Veranstalter übermittelte allen Beteiligten sein tiefstes Mitgefühl und Beileid an die Angehörigen, Freunde und Betroffenen. Die Veranstaltung wurde daraufhin im Einvernehmen mit den Fahrern abgebrochen.

FSZ-Sachsenring-Chef in Gedanken bei Verstorbenen

Ein enger Vertrauter des Fahrers war Ruben Zeltner, selbst fünffacher Gesamtsieger der im Jahr 2000 wieder aufgenommenen Zwickauer Rallye. Er hatte Kai Günther und dessen Marke Foliluchs nicht nur als Sponsor, sondern war mit ihm auch eng befreundet. Seine Gedanken zu den Verstorbenen, sowie der stets latenten Gefahr des Rallye-Sports, fasste er in folgende Worte: "Bei mir war sowieso klar, dass ich nicht weiter fahre, aber auch alle Fahrerkollegen haben sich sofort so entschieden. Kai war einer meiner guten Freunde. Das ist jetzt die hässliche Seite von unserem geliebten Sport. Mit einem Mal sieht man wieder, wie gefährlich das sein kann."

Nachdem es schon 2002 (Jens Voigt) und 2006 (David Langheinrich/Oliver Bleich) bei der Zwickauer Rallye Unfälle mit tödlichem Ausgang gab, könnte man von einem Fluch sprechen, doch hat der Geschäftsführer des Fahrsicherheitszentrums Sachsenring sehr wohl fundierte Argumente: "Wenn hohe Geschwindigkeiten durch den Wald gefahren werden, ist das immer grenzwertig, dessen muss man sich bewusst sein. Ich mache mir immer Gedanken um die Sicherheit. Ich bin kein Typ, der gern hasardiert. Ich bin in Gedanken bei Kai und seiner Familie."

Lokalmatadore hätten den Rallyesport gern in einem anderen Licht gezeigt

Ähnliche Gedanken hatte Julius Tannert aus Lichtentanne, der als Junior-WM-Pilot vor heimischem Publikum einen Gaststart in der Deutschen Rallye Meisterschaft bestreiten wollte. Er sagte: "Ein schwarzer Tag für den Motorsport, ein schwarzer Tag für den Rallye-Sport und auch für Zwickau, weil das hier ein Event ist, der so vielen Leuten den Rallye-Sport nahe bringen soll. Am Ende hat er aber leider seine falsche Seite gezeigt, die zwar dazu gehört, die wir aber nicht sehen wollen. Die Zwickauer Rallye ist berühmt für extrem anspruchsvolle und schnelle Prüfungen, die zum Teil auch von Bäumen umrandet sind. Es ist Teil des Sports, dass wir durch die Landschaft fahren. Wir müssen das Risiko vorher einschätzen und kalkulieren, aber manchmal passiert so etwas."

Der gerade erst aus dem ADAC GT Masters in die DRM gewechselte Philip Geipel aus Plauen sagte zu dem Vorfall bei seiner zweiten geplanten Rallye: "Das ist leider ein Teil des Sports, der ganz hässliche Teil, der immer mal wieder ans Tageslicht kommt und sich zeigt. Mein herzliches Beileid an die Familie. Der Kai war einer, der mich, anders als manch anderer in der Szene, mit offenen Armen empfangen hat - ein cooler Typ. Wir sind die erste WP verhalten angegangen und haben uns erst einmal rangetastet. Dann war es vorbei, bevor es so richtig losging, aber das ist jetzt nebensächlich."