Tag eins der dreiteiligen Sachsenring-Fete

MOTORSPORT Die Weltelite brachte sich in Stellung

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. Seit Freitagmorgen drehen sich am Sachsenring die Räder. Wie üblich standen am ersten Tag des dreiteiligen Motorsport-Spektakels der Extraklasse die freien Trainings der WM-Klassen sowie die Qualifyings für das eine oder andere Rahmenrennen auf dem Programm. Wenig überraschend drehte in der Top-Klasse MotoGP der seit 2010 hier ungeschlagene und somit neunfache Sachsenring-Sieger Marc Marquez aus Spanien die schnellste Runde. Diese war jedoch schon am ersten Tag nur weniger als eine halbe Sekunde langsamer als seine Rekordrunde aus dem letzten Jahr. Und das war wiederum in der Form nicht zu erwarten. Erfahrungsgemäß tasten sich die Protagonisten am ersten Tag ans Limit, um schließlich im für die Startplätze am Sonntag entscheidenden Zeittraining am Samstag voll aufzudrehen. Somit kann man getrost damit rechnen, dass an diesem Wochenende der eine oder andere Rekord gebrochen bzw. neu aufgestellt wird.

Stefan Bradl, der als Ersatzpilot ins Honda-Werksteam gerückt war, kam im Feld der ursprünglich 22 Fahrer auf den respektablen 14. Rang.

Deutsche Hoffnungsträger nährten die Hoffnungen

In der "Mittelklasse" Moto2 markierte der Südafrikaner Brad Binder die schnellste Zeit, wobei die deutschen Jonas Folger und Marcel Schrötter, beide von unterhalb des Weißwurst-Äquators, mit den vorläufigen Plätzen vier und fünf die Hoffnungen der bereits zahlreichen Fans auf eine schwarz-rot-goldene Jubel-Orgie nährten. Lukas Tulovic aus dem baden-württembergischen Eberbach hat als 28. des Freitags noch Luft nach oben.

Tschechische Sachsen-Power in der Moto3

Ähnliche positive Zeichen setzten die Tschechen Jakub Kornfeil und Filip Salac in der Klasse Moto3, die für das unweit des Sachsenrings beheimatete Team Redox PrüstelGP an den Start gehen und ihre Verbundenheit zum Freistaat an diesem Wochenende per grün-weißer Startnummer zum Ausdruck bringen. Während Jakub Kornfeil, mit 26 Jahren der Senior im Feld, auf Platz vier übernachtet, kam der drittjüngste 2019er-Moto3-Pilot Filip Salac auf Platz 13.

Dem gestern 17 Jahre alt gewordenen Dirk Geiger aus Mannheim, der als Wild-Card-Pilot im WM-Feld debütiert, blieb vorerst nur die rote Laterne. Da half auch sein Motorrad-Design und die legendäre Startnummer 28 des allseits beliebten, aber viel zu früh verstorbenen Ralf Waldmann nichts.

Ehre wem Ehre gebührt

Nicht nur aber auch durch die "ADAC Sachsenring Classic" in den letzten Jahren oder als Gäste beim Motorrad Grand Prix von Deutschland hat man schon viele ehemalige Helden hier oder anderswo bei ähnlich gelagerten Veranstaltungen gesehen. Einen, den man seit dem Ende seiner Laufbahn so gut wie nie und nirgends wieder gesehen hat, ist der inzwischen 70-jährige Stefan Dörflinger. Der in Nagold im Schwarzwald geborene Schweizer wurde von 1982 bis 1985 in den damaligen Klassen bis 50 bzw. 80 ccm vier Mal in Folge und dabei in jeder Klasse zwei Mal Weltmeister. Heute wurde er am Sachsenring von der MotoGP-Vermarktungsagentur DORNA in den erlesenen Kreis der "MotoGP-Legends" erhoben. Diesem gehörten bereits Giacomo Agostini, Mick Doohan, Geoff Duke, Wayne Gardner, Mike Hailwood, Daijiro Kato, Eddie Lawson, Anton Mang, Angel Nieto, Wayne Rainey, Phil Read, Jim Redman, Kenny Roberts, Jarno Saarinen, Kevin Schwantz, Barry Sheene, Marco Simoncelli, Freddie Spencer, Casey Stoner, John Surtees, Carlo Ubbiali, Alex Crivillé, Franco Uncini, Marco Lucchinelli, Randy Mamola, Kork Ballington, Dani Pedrosa und Nicky Hayden an.