Textilmuseum mit neuer Dauerausstellung

Auftakt für Museumstag Zum Internationalen Museumstag bereiten Sachsens Museen am Sonntag mehr als 200 Aktionen vor. Die zentrale Eröffnung wird im Textilmuseum in Crimmitschau gefeiert. Was gibt es dort Neues?

Von der Rohfaser bis zum fertigen Tuch: Eindrucksvoll gibt die Tuchfabrik Gebr. Pfau in Crimmitschau Besuchern Einblick in die Textilproduktion des vergangenen Jahrhunderts. Und das mit einem original erhaltenen und weitgehend funktionstüchtigen Maschinenpark. Nun hat das Haus, das zum Zweckverband Sächsisches Industriemuseum gehört, eine Dauerausstellung erarbeitet und weitet damit den Blick. Sie soll am Sonntag erstmals für Besucher öffnen. Dann wird auch der landesweite Auftakt zum Internationalen Museumstag auf dem denkmalgeschützten Fabrikareal gefeiert.

Dass der gesamte Prozess der textilen Produktionskette am Originalschauplatz gezeigt wird, sei ein Alleinstellungsmerkmal seines Hauses, sagte Museumsleiter Philip Kardel am Mittwoch. Mit der neuen Schau wird der Blick geweitet. Dazu gehört das Thema Mode in der DDR. Gezeigt werden Kleidungsstücke, die einst nur in teuren Exquisit-Läden zu kaufen waren, aber auch bei Jugendlichen begehrte Jeansmode sowie Selbstgenähtes.

In weiteren Kapiteln wird etwa anhand des Textilarbeiterstreiks von 1903/1904 der Kampf um bessere Arbeitsbedingungen beleuchtet. Zudem wirft die Schau einen Blick auf die Textilindustrie heute. Die Region Sachsen-Thüringen zählt nach wie vor zu den größten Textilstandorten in Deutschland.

Vermittelt wird das Ganze auf rund 400 Quadratmetern auch anhand von Filmen sowie Hör- und Mitmach-Stationen. Die Planungen reichen laut Oberbürgermeister André Raphael (CDU) bis ins Jahr 2017 zurück. Seinen Angaben nach sind seither mehr als 2 Millionen Euro in Gebäude und Ausstellung geflossen. Das Museum will damit attraktiver für Besucher und Besucherinnen werden. Bisher schwankt ihre Zahl laut Kardel zwischen 6000 und 7500 im Jahr. Das Gros der Anlage war bisher nur im Rahmen von Führungen zu inspizieren. Hier soll die neue Ausstellung Abhilfe schaffen.

Das Haus war 2020 bereits einer der sogenannten Satellitenstandorte der Landesausstellung "Boom. 500 Jahre Industriekultur in Sachsen". Dafür war schrittweise das ehemalige Spinnereigebäude zu einem durchgehend zugänglichen und barrierearmen Empfangsgebäude für ganzjährigen Museumsbetrieb umgebaut und saniert worden. Entstanden ist auch ein großzügiges Foyer mit Kassen und Café.

Neben dem Textilmuseum in Crimmitschau (Landkreis Zwickau) locken am Pfingstsonntag vielerorts Museen in Sachsen zum Internationalen Museumstag. Geboten werden mehr als 200 Aktionen in mehr als 60 Orten, wie die Landesstelle für Museumswesen informiert.

Die Bandbreite reicht vom Barockschloss Delitzsch bis zum Naturalienkabinett in Waldenburg, vom Erich-Kästner-Museum in Dresden bis zum Musik- und Wintersportmuseum Klingenthal. Der Tag steht unter dem Motto "Museums for Education and Research" und rückt Bildung und Forschung in den Fokus.

Museen arbeiteten faktenbasiert und leisteten intensive Recherchen, auch wenn das viel Zeit und Ressourcen in Anspruch nehme, betont Direktorin Katja Margarethe Mieth von der Sächsischen Landesstelle für Museumswesen.

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