Tierische Wende in Langenberg

Tierheim Wo einst Pelztiere litten, wird sich heute um Vierbeiner gekümmert

Langenberg. 

Langenberg. Dort, wo sich heute das Tierheim Langenberg befindet, waren vor dem Fall der Mauer und der Wende viele Tiere eingesperrt. Denn das Areal war zu DDR-Zeiten eine Pelztierfarm mit Füchsen und Nerzen, deren wertvolle Felle in Zeiten des Sozialismus vielerorts unter fragwürdigen Bedingungen "produziert" wurden. Das Wohl der Tiere spielte damals keine Rolle, doch nach der Wende änderte sich das schnell.

Spenden ließen Areal wachsen

Engagierte Tierfreunde aus den Tierschutzvereinen Hohenstein-Ernstthal, Glauchau und Stollberg bauten nach der Schließung der Farm einen Tierheimbetrieb auf. Das Areal konnte mithilfe von Spenden von der Treuhand erworben werden und wurde nach und nach umgestaltet. Neue Gebäude konnten auch mithilfe von Erbschaften errichtet werden, die Tierfreunde dem Verein gemacht hatten. Die Tierschutzvereine Stollberg und Glauchau gingen bald eigene Wege, da es auf dem Areal zu eng wurde.

Faszination und Bedenken in der Wendenacht

Auch heute wird noch regelmäßig gebaut. "Es gibt ja immer viel zu reparieren", sagt Tierheimleitern Jana Berger, die kurz nach der Jahrtausendwende kam. Im Haupthaus stehen die Erneuerung der Fußböden und der Sanitäranlagen an, außerdem muss der Außenzwinger erneuert werden, der bei einem Sturm zerstört wurde. Wie sie den Mauerfall erlebte, weiß sie noch gut: "Ich habe es mit den Eltern im Fernsehen gesehen und war fasziniert. Ich hatte aber auch Bedenken, dass nun viele Freunde und Verwandte in den Westen gehen".