Töpfergasse am Grünen Hof - eine "Enthüllung" der Diakonie

Geschichte Handels- und Pilgerwege überschneiden sich

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Die Wandtafel wird enthüllt. Foto: Lars-Christian Trommer

Zwickau. Das Historische Dorf Zwickau ist nicht der einzige Ort, an dem sich die Stadtmission Zwickau mit der Stadtgeschichte auseinandersetzt. Auch in der 2014 eingeweihten Kindertagesstätte "Grüner Hof" gibt es eine spannende Geschichte im Baugrund.

Eine Reise in die Vergangenheit

Eine Infotafel, die kürzlich im Eingangsbereich der Kindertagesstätte enthüllt wurde, zeigt wesentliche Details zu dem historisch bedeutsamen Standort. Auf einer Fläche von rund 4,5 Quadratmetern ist eine Lage-Grafik angebracht worden, die den Ort vor 156 Jahren zeigt. Die Abbildung stellte das Stadtarchiv Zwickau für diesen Zweck zur Verfügung. Im Jahr 2019 wird die Stadtmission 150 Jahre alt.

Damit zeigt der Plan eine Zeit, in der die damals noch "Innere Mission" genannte Arbeit der Diakonie in Zwickau begann. Die Geschichte der historischen Töpfergasse, die das Gelände der Kita kreuzte, ist dagegen sehr viel älter. Die Ursprünge gehen bis auf die Gründungsjahre der Stadt Zwickau ins 12./13. Jahrhundert zurück. Der Text auf der Wandtafel erklärt den Verlauf der mittelalterlichen Töpfergasse.

Bis in die 20er Hauptverbindungsstraße

Die Gasse stellte bis in die 1920er Jahre die historisch gewachsene Hauptverbindungsstraße nach Planitz dar. Hier überlagerten sich zwei mittelalterliche, mit der Stadtgründung im 12. und 13. Jahrhundert entstandene Fernhandelsstraßen: der südliche Zug der "Frankenstraße" (Jakobsweg) nach Nürnberg und einer der "Frühbusser Steige" nach Böhmen.

Ihr Verlauf war bis vor kurzem noch durch die teilweise vorhandene Pappelallee und die Orientierung des Stadtgutes ablesbar. Die Straße verlief diagonal zu dem heutigen rechtwinklig angelegten Straßenraster und ist hier auf diesem Grundstück durch Granitpflastersteine und Holzpalisaden in ihrem ehemaligen Verlauf dargestellt.