Träne der Rührung und Freude

20 Jahre Tradition Jungen und Mädchen aus der Region um Tschernobyl zu Gast

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Karlheinz Pätzold mit den Gästen aus Weißrussland. Foto: msz/ Denny Blettermann

Zwickau. Ungewöhnliche Töne am Montagabend in der Weißbacher Schulküche. Es polterte und rumorte. Es wird doch nicht schon Väterchen Frost sein? Und das in Deutschland? Mit großen staunenden Augen warteten die sieben Mädels und sechs Jungen im Alter von acht bis zehn Jahren auf das Kommende. Eine gewisse Erleichterung und Freude stand bald in den Augen der Kinder aus Weißrussland. Karlheinz Pätzold war gekommen. Seit über 20 Jahren sammelt der rührige Mann aus Culitzsch Geld- und Sachspenden für "seine" Schützlinge aus dem Gebiet um Tschernobyl ein. Eine gute Tradition, die Pätzold nur dank der Unterstützung zahlreicher uneigennütziger Helfer und Sponsoren beibehalten kann. Dieses Mal hatte er für jedes Kind einen mit Süßigkeiten, Obst und Lebensmitteln prall gefüllten Geschenkbeutel dabei. Sein Freund René steuerte eine große Salami bei. Auch Socken und Mützen sowie Spiel- und Schulsachen fehlten nicht. Anschließend feierten alle gemeinsam, unterstützt von Pätzolds Neffen Roman, bei einem leckeren Schnitzel mit Pommes, Ketchup und Cola ein zünftiges russisches Weihnachtsfest mit Liedern und Gedichten. Karlheinz Pätzold und seine Begleiter wischten so manche Träne der Rührung und Freude angesichts der glücklichen Kinder heimlich aus den Augenwinkeln. Er erklärte: "Solche Aktionen sind nur durch die vielen Sponsoren möglich, die uns mit Sach- und Geldspenden unterstützen, dafür allen ein großes Dankeschön." Pätzold möchte seine Hilfsprojekte natürlich auch im Jahr 2017 weiterführen und hofft dabei auf weitere zahlreiche Unterstützung im laufenden Jahr. Die Kinder werden von den Dolmetscherinnen Natalia Schirina und Ludmila Abramowitsch begleitet und sind noch bis 20. Dezember in der Zwickauer Region zu Gast und lernen Land und Leute in Westsachsen kennen.