Traurige Erinnerungen, aber die Leidenschaft bleibt

Sachsenring Dietmar Krusche aus Glauchau beteiligt sich an BLICK-Aktion

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Dietmar Krusche verfolgt die Entwicklung am Sachsenring - als Anhänger und Helfer. Foto: Holger Frenzel

Glauchau. Zu den ganz treuen Motorsport-Enthusiasten in der Region gehört Dietmar Krusche aus Glauchau. Für den Grand-Prix auf dem Sachsenring bei Hohenstein-Ernstthal gewann er bei einer BLICK-Aktion dieses Jahr zwei Freikarten.

"Ich habe mich riesig gefreut, dass es endlich wieder einmal ein deutscher Starter auf das Podest geschafft hat", sagt der 66-Jährige mit Blick auf das Renn-Wochenende, das nun schon wieder einige Tage zurückliegt. Dietmar Krusche besucht seit seiner frühesten Jugend die Rennen am legendären Kurs. Die Zuschauerrolle reichte ihm aber schon bald nicht mehr aus.

1973 wurde er Mitglied beim MC Zwickau. Dort nahm der Mann aus Glauchau unter anderem eine Helferrolle für Christian Stich ein, der es bis in die Nationalmannschaft der DDR geschafft hatte. 1981 übernahm Krusche das Amt des Sektionsleiters für Motorrad- und Automobilrennsport. Dadurch kamen zahlreiche organisatorische Aufgaben auf ihn zu.

Traurige Erinnerungen an das Rennen von 1985

Traurige Erinnerungen verbindet er mit dem Rennen im Jahr 1985. "In der Ausweisklasse bis 125ccm startete für den MC Zwickau der sehr talentierte Bertram Queck aus Rotschau. Ich hielt mich während des ganzen Rennens an den Boxen auf und beobachtete unseren Fahrer. In der letzten Runde berührte er in der Anfahrt zur Queckenbergkurve einen anderen Fahrer, kam von der Fahrlinie und stürzte sehr unglücklich", so Dietmar Krusche. Die Bergung dauerte lange.

Danach wurde der MC-Vertreter zur Rennleitung bestellt und über den Tod seines Fahrers informiert. Krusche: "Und nun kam die schwerste Aufgabe. Man bat mich als Sektionsleiter im Auftrag der Funktionäre vorab die Familie Queck zu informieren. Die Besucher am Ring erfuhren offiziell während des Rennens nichts."

"Ich konnte sie nur in den Arm nehmen"

Die Fahrt zur Familie ins Vogtland hat er bis heute in Erinnerung. "Die Mutter öffnete mir die Tür, auf dem Stubentisch stand die Obsttorte für seinen Empfang - wie immer. Ich konnte sie nur in die Arme nehmen. Diesen Tag werde ich nie vergessen. Mein Blick geht immer zum Guthrie-Gedenkstein. So oft ich noch zum Sachsenring fahre", fasst Krusche seine traurigsten Erinnerungen zusammen.

Der Mann engagiert sich immer noch im Motorsportmarketing. Er hofft, dass die besten Motorsportler der Welt weiterhin auf den Sachsenring kommen und die Zuschauerzahlen wieder steigen werden.