Über 100 Jahre alte Trauerweide gefällt

Protest Naturfreunde beklagen das Verschwinden eines Baums an der Pleißenquelle

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Nur noch ein Baumstumpf zeugt von der einst imposanten Trauerweide am Eingang zum Pleißenquell-Gelände. Naturfreunde drücken auf ihre Weise Unverständnis über die Fällung aus. Foto: Andreas Wohland

Ebersbrunn. Unmittelbar am Zugang zum Gelände der Pleißenquelle wurde vor wenigen Tagen eine gut 100 Jahre alte Trauerweide gefällt. Der Baum hatte dem Areal am Drei-Linden-Brunnen über Jahrzehnte hinweg ein besonders Ambiente verliehen. Offensichtlich konnte sich nicht jeder Einwohner von Ebersbrunn mit der Aktion anfreunden. Davon zeugte zumindest ein Zettel, den jemand zusammen mit ein paar Rosen als Trauerbotschaft auf den verbliebenen Baumstumpf gelegt hat. Darauf steht: "Kerngesund! Warum? Deswegen? 900 Jahre Pleißenquelle. Traurig!"

Behörde verteidigt die Entscheidung

Die Gemeindeverwaltung kann ihrerseits allerdings gute Gründe anführen, weshalb die Trauerweide weichen musste. "Wir haben uns die Entscheidung zum Fällen dieses Baumes nicht leicht gemacht. Aber Untersuchungen ergaben, dass die Weide von Weißfäule befallen war. Dieser Pilz zersetzt das Holz und macht es morsch. Damit bestand eine erhöhte Bruchgefahr des Baumes - auch ohne Sturmeinwirkungen", erklärte Claudia Illing, Leiterin des Lichtentanner Ordnungsamtes. Die Sicherheit von Besuchern des Pleißenquellengeländes hätte in diesem Fall Vorrang gehabt.

Baum stand nicht unter Naturschutz

Eine erste Inaugenscheinnahme des Baumes erfolgte bereits Anfang vergangenen Jahres. Ein zu starker Bewuchs mit Efeu verhinderte seinerzeit aber eine eindeutige Bewertung seiner Standfestigkeit. Erst nachdem die wuchernden Efeuranken entfernt waren, wurde das Ausmaß des Pilzbefalls deutlich. Laut Gemeindeverwaltung habe es nach eingehender Beratung keine Alternative zum Fällen des Baumes gegeben.

Und anders als gemunkelt wird, stand die Trauerweide nach Kenntnis der Gemeinde weder unter Naturschutz noch hätten Untersuchen im Vorfeld der Fällung ergeben, dass der Baum Quartier für geschützte Tiere war.