"Unsere Länder sind sehr unterschiedlich"

Austausch Teenager aus Hongkong am Limbacher Gymnasium

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Die 15-jährige Jasmin lernt und lebt ein Schuljahr lang in Limbach-Oberfrohna. Foto: A. Büchner-Ulrich

Oberfrohna. Wenn am Montag die sächsischen Schüler ins zweite Halbjahr starten, beginnt für Jasmin bereits so etwas wie der Countdown bis zur Heimkehr: Das fünfzehnjährige Mädchen aus Hongkong wird bis zu den Sommerferien am Albert-Schweitzer-Gymnasium Limbach-Oberfrohna lernen. Wenn man mit ihr spricht, kann man kaum glauben, dass sie noch im September 2016 des Deutschen nicht mächtig war.

"Ich besuche die zehnte Klasse meiner Gastschwester Tara, gehe aber beispielsweise in die fünfte Klasse zum Deutschunterricht. Dort habe ich wirklich viel gelernt", betont der Teenager. Außerdem bekommt sie zwei Mal pro Woche privaten Sprachunterricht. Fühlt sie sich einsam, so weit von zu Hause weg? "Der Anfang war schwer", gesteht Jasmin." Unsere Länder sind doch sehr unterschiedlich. Bei uns ist man sehr spontan - hier wird immer erst so viel geplant, ehe etwas unternommen wird."

Vor allem in ihrer Freizeit plagt sie manchmal das Heimweh, auch wenn ihre Gastfamilie in Oberfrohna sie voll integriert - wie gerade erst beim Skifahren im Winterurlaub. Jasmin würde deshalb auch alles wieder so machen: "Meine Mutter ist Sprachlehrerin, ich selbst spreche etwas französisch, japanisch, koreanisch - und englisch natürlich. Wir haben uns bewusst für Deutschland entschieden, fanden es als Land einfach sicher."

Obwohl in Hongkong über sieben Millionen Menschen leben, ist Terrorismus bislang kein Thema in der Sonderverwaltungszone. In diesem Sinne arbeitet auch die Organisation "AFS", über die Jasmin hierher kam: "Hass geht, wenn man sich näher kennt", lautet ein wichtiges Motto.