Unterstützung vom Nachbarn

Soziales Die Stadtmission Zwickau bildet Helfer aus

Wer den Alltag nicht mehr allein meistern kann, ist auf Hilfe von außen angewiesen. Für den Fall, dass keine Angehörigen bereit stehen und professionelle Hilfe zu teuer ist, bietet das vom Sächsischen Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz entwickelte Konzept der Nachbarschaftshilfe eine passende Alternative an. Wie der Nachbar zu einem qualifizierten Unterstützer wird, zeigt die Stadtmission Zwickau am kommenden Freitag und Samstag in einem speziellen Kurs. Darin werden rechtliche Grundlagen ebenso wie praktisches Wissen zur Pflege und dem Verhalten in Notfällen vermittelt. Wer den Kurs an beiden Tagen besucht, wird mit einem Zertifikat ausgezeichnet. Damit können wiederum Leistungen der Kassen geltend gemacht werden.

Die Bildungsmaßnahme existiert bereits seit Anfang 2014. Seitdem wird sie von der Stadtmission zwei Mal im Jahr angeboten, sagt Kursleiterin Leonore Seifert. Sie ist ausgebildete Pflegefachkraft und auf den Bereich der Pflege- und Demenzberatung spezialisiert.

Der Anteil der Demenzpatienten an den Pflegebedürftigen ist hoch, sagt sie, mache über die Hälfte aller Fälle aus. Zu den übrigen zählen Körperbehinderte und chronisch Kranke. Alle Personen im Umfeld dieser Patienten - Nachbarn, Freunde, Bekannte und Arbeitskollegen - kommen als Helfer infrage. "Nahe Verwandte sind aber ausgeschlossen", so Seifert.

Seit Januar diesen Jahres können alle Personen mit Pflegestufe die Unterstützungsleistung beantragen, mindestens 104 Euro im Monat stehen ihnen zu, sagt Leonore Seifert. Demenzpatienten, die eine ständige Aufsicht benötigen, hätten sogar das Recht auf den doppelten Betrag. Dieses Geld fließe zusätzlich zur normalen Pflegeleistung und diene auch dazu, um pflegende Angehörige zu entlasten.

Der Kurs findet am 6. und 7. November im "Marthaheim" in der Lothar-Streit-Straße 22A statt. Anmeldung unter 0375/3521182 oder pdb@stadtmission-zwickau.de.