Versammlungssaal muss abgerissen werden

Abriss Textilfabrik "HeDi" in Limbach verliert das Dachgeschoss

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Im Dachgeschoss befand sich ein Versammlungssaal mit Bühne. Foto: A. Büchner

Limbach-Oberfrohna . An der Kreuzung von Waldenburger und Frohnbachstraße fällt jedem Passanten sofort ein Gebäude ins Auge: Die frühere Firma "Hermann Dittrich", auch unter dem Kürzel "Hedi", bekannt.

Wegen Schieflage muss Dachtrakt abgerissen werden

Die einstige Handschuhfabrik von Weltruf hatte nach 140 Jahren Produktion 1995 für immer ihre Pforten geschlossen, da der Absatz nach der Wende zu stark nachgelassen hatte. Zuletzt war sie vor allem dadurch ins Bewusstsein zurück gekehrt, da ihretwegen zunächst der Fußweg und zuletzt die ganze Straße gesperrt werden musste.

Der hölzerne Dachtrakt im linken Flügel hatte sich immer mehr nach vorn geneigt und musste letztlich abgerissen werden. "Weitere Abtragungen sind nicht geplant", kann Ralph Bäßler beruhigen, der seine kleine Firma im rechten Flügel des Hauses hat. "Die Schieflage des Daches rührte von Nässe her."

17-Jähriger setzt sich für denkmalgeschütztes Gebäude ein

Vor allem Marvin Müller hofft, dass das unter Denkmalschutz stehende Gebäude nicht noch weiter verfällt. Der 17-Jährige forscht akribisch in der Firmengeschichte und hält auch Kontakt zu den Nachfahren.

"Im nun abgerissenem Dachstuhl befand sich der Festsaal, worin eine Bühne und ein weißes Klavier zu sehen waren", weiß er. Zuletzt gab es im Saal eine Präsentation unter dem Titel "Der Handschuh im Wandel der Zeit".

Einen Kronleuchter hat der junge Forscher gerettet, außerdem sind vier Dachbalken mit Schriftzügen interessant. Bei diesem Projekt steht ihm Basti Dämmler von Industriekultur-Ost zu Seite. Der Tischler versucht, die überstrichenen Schriften wieder freizulegen und zu bewahren.