Voller Erfolg: "Barbier von Bagdad"

Premiere Fröhliche Zusammenkunft der Kulturen

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Die 18-jährige Syrerin Sara Al Daher hat mit arabischem Gesang das deutsche Publikum verzaubert. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. "Habibi" heißt, übersetzt aus dem Arabischen, "Geliebte". Das dürfte nur wenigen Zuschauern im ausverkauften Malsaal des Theaters Plauen-Zwickau geläufig gewesen sein. Dennoch rührt das Wort im wehmütigen Gesang des Syrers Omar Alsheikh an: Der junge Geflüchtete spielt in der Inszenierung von Operndirektors Jürgen Pöckel einen Diener - eigentlich ein Statist, erhält er dennoch eine Stimme.

Denn sein Lied ist ursprünglich nicht in der 1858 uraufgeführten Komischen Oper "Der Barbier von Bagdad" von Peter Cornelius enthalten. "Die in Leipzig lebenden syrischen Musiker Basel Alkatrib und Ghandi Al Irf, die wir für unsere Produktion gewinnen konnten, haben uns die drei arabische Lieder vorgeschlagen, die wir eingebaut haben", erklärt der musikalische Leiter Maxim Böckelmann.

Der Applaus nach rund zwei Stunden will dann gar nicht enden. Ganz begeistert beklatscht werden die sieben jungen Männer und zwei Frauen aus Syrien, Afghanistan, Iran, Irak und Georgien - als Laien haben sie ihre Rollen auf professioneller Bühne mit Bravour gemeistert.

Die anschließende Premierenfeier wird zu einer fröhlichen Zusammenkunft der Kulturen, die in einem improvisierten Konzert gipfelt, bei dem der Syrer Basel Alkatrib zuerst vierhändig mit dem musikalischen Leiter Klavier spielt, und danach wieder zu seiner Oud greift. Sein Landsmann Ghandie Al Jrf stimmt ein arabisches Lied an. Der Afghane Mahdi Hussaini gesellt sich trommelnd zu den beiden. Und Syrer Omar führt ein spontanes Tänzchen auf. Ihm folgen Frauen aus verschiedenen Herkunftsländern. Die französische Mezzosopranistin Johanna Brault tanzt mit - zusammen mit der 18-jährigen Syrerin Sara Al Daher, die zuvor auf der Bühne das deutsche Publikum mit arabischem Gesang verzaubert hat.