Von der Manufaktur ins Museum

Heimkehr Krahmer-Puppen wieder in Sachsen zu sehen

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Marion Krahmer (li.) hat die Puppen auch schon im Esche-Museum ausgestellt. Foto: Annett Büchner-Ulrich

Chemnitz/Limbach-Oberfrohna. Nach gut fünf Jahren Pause sind sie wieder in ihre alte Heimat zurückgekehrt: Die unter dem Begriff "Kuck in die Welt" bekannt gewordenen Krahmer-Puppen sind ein Phänomen der Chemnitzer/Karl-Marx-Städter Nachkriegszeit, worüber man sich bis 13. Januar im Schlossbergmuseum informieren kann. Hildegard Krahmer begann 1947 aus der allgemeinen Notlage im kriegszerstörten Chemnitz heraus mit der Produktion von Spielzeugpuppen.

Geprägt durch die Verwendung natürlicher Materialien erhielten die Krahmer-Puppen über die Jahrzehnte hohe nationale wie auch internationale Anerkennung. Weitere Produkte wie etwa Marionetten ergänzten das Sortiment. Die Produktion wird bis heute in einer kleinen Manufaktur in Limbach-Oberfrohna von zwei Mitarbeitern aus der Region fortgeführt, wenngleich die Krahmer-Puppen derzeit weniger Spielzeug als international gesuchte Sammlerobjekte sind.

Nachfrage geht stetig zurück

"Leider müssen meine Mitarbeiter verkürzt arbeiten, da die Nachfrage nach Puppen im höheren Preissegment immer geringer wird", bedauert Geschäftsführerin Marion Krahmer. "Die aktuelle Ausstellung war eine große Herausforderung für uns, aber wir sind vom Zuspruch sehr überrascht. Ich finde, sie ist perfekt gelungen." Neben 70 Jahren typischer Chemnitzer Produktgeschichte spiegelt die Historie der Firma auch ein wesentliches Stück deutscher Nachkriegsgeschichte mit Erscheinungen wie Enteignung und Vertreibung, aber auch von Kontinuität und Neuanfang wieder.