Vor 120 Jahren: Die Bismarcksäule wird geweiht

Geschichte Die Feuersäule auf dem Windberg

Marienthal. 

Marienthal. Fast auf den Tag genau vor 120 Jahren, am 2. September 1900, wurde im Beisein des damaligen Zwickauer Oberbürgermeisters Karl Keil und weiterer Ehrengäste auf dem Windberg die Bismarck-Feuersäule eingeweiht.

Der Tag der Weihe, der sogenannte "Sedantag" war nicht zufällig gewählt. An diesem Tag im Jahr 1870 hatte das französische Heer nach der Schlacht bei Sedan vor den deutschen Armeen kapituliert. Kaiser Napoleon III wurde gefangen genommen. Der preußische Kanzler Graf Otto von Bismarck hatte nach diesem Sieg wesentlich dazu beigetragen, dass in Versailles das Deutsche Reich gegründet wurde. Zu Ehren Bismarcks regte der Vorstand des Erzgebirgs-Zweigvereins, dessen Vorstandsvorsitzender Professor Dr. Fritsche war, den Bau dieser Feuersäule auf dem Windberg an.

Grundsteinlegung bereits 1900

Bei einer vorherigen Ausschreibung ging Architekt Ernst Kühn aus Zwickau als Sieger hervor. Kühn übernahm beim Bau des Turmes durch den Zwickauer Baumeister Emil Selbmann dann auch die Bauleitung.

Das Grundstück auf dem Windberg wurde von dem Zwickauer Kaufmann Franz Zimmermann kostenlos zur Verfügung gestellt. Am 31. März 1900 fand die Grundsteinlegung des 13 Meter hohen Denkmales statt. Als Baumaterial verwendete man Granit.

Auf einem zweistufigen quadratischen, sieben Meter breiten Sockel erhob sich die eigentliche Feuersäule. Auf vier eisernen Kugeln lag die kreisrunde 3,5 Meter große und 1,5 Meter hohe Feuerschale aus Gusseisen. Diese Metallteile lieferte die Königin-Marien-Hütte Cainsdorf. Der Gedanke bestand darin, beispielsweise zu Sonnenwendfeiern oder beim Sedantag indieser Schale ein Feuer zu entzünden.