VW-Umstellung ist eine Chance für das Umland: Meeranes Bürgermeister im Interview

Wirtschaft 2000 neue Arbeitsplätze zwischen Meerane und Crimmitschau

Meerane. 

Meerane. Im neuen Gewerbegebiet, welches zwischen Meerane und Crimmitschau entsteht, sollen sich künftig einmal rund 2000 Arbeitsplätze befinden. Ein Großteil der Leute wird bei Unternehmen aus der Automobil- und Automobilzuliefererbranche beschäftigt sein.

Im BLICK-Interview spricht Meeranes Bürgermeister Lothar Ungerer über die Zusammenarbeit mit dem Gremium und seine Rückkehr in den Kreisrat.

Welche Wünsche gibt es hinsichtlich der Zusammenarbeit im Stadtrat?

"Optimismus, denn allein der Optimismus ist die Brücke in die Zukunft, um zum Beispiel die Anpassungsprozesse an die stetigen Veränderungen der Meeraner Einwohnerschaft zu gestalten. Die Veränderungen werden geprägt durch einen Anstieg der Lebenserwartung, eine sinkende Geburtenzahl, dem Verhältnis zwischen Zuwanderung und Abwanderung sowie der abnehmenden Zahl der Erwerbstätigen. Leitziel der Anpassungsprozesse ist es, in neuer - verkleinerter Weise - die Stadt Meerane immer wieder mit ihrer Einwohnerveränderung in Einklang zu bringen."

"Ziele und Handlungsfelder sind derzeit: Verbesserung der Bedingungen für Beschäftigung und Einkommen, Beförderung des lebenslangen Lernens und der Innovationsfähigkeit, Sicherung lokaler Daseinsvorsorge, Verstetigung des generationenübergreifenden Miteinanders, Fortsetzung des Umbaus der Siedlungs- und Versorgungsstruktur, Nutzung der Chancen des aktiven Alterns, moderne und zukunftsfähige Fortentwicklung der Stadtverwaltung. Hinzu kommt, die Haushaltswirtschaft der Stadt so zu planen und zu führen, dass eine stetige Erfüllung der Aufgaben zum Wohle der Bürger und der Unternehmen gesichert ist."

Wie bewerten Sie die Zusammenarbeit mit dem Stadtrat in den letzten fünf Jahren?

"Die Zusammenarbeit war geprägt durch gegenseitigen Respekt, durch Vertrauen und durch die stete Verpflichtung gegenüber dem Gemeinwohl, das heißt gegenüber der Stadt Meerane und ihren Bürgern sowie ihren Unternehmen. Zwei Beispiele: Der Stadtrat hat die zwei Haupttreiber des wirtschaftlichen Strukturwandels (Digitale Technologien und Elektroantrieb) erkannt und mit der Industriegebietsentwicklung eine Zukunftsentwicklung eröffnet. Der Stadtrat hat die sich eröffnende Chance wahrgenommen, mit der neuen Staatsstraße 288 die Ortsumfahrung Waldsachsen endlich Wirklichkeit werden zu lassen."

Welche Kommunalpolitiker, die ausgeschieden sind, werden Sie besonders vermissen?

"Diese Frage stellt sich für einen Bürgermeister nicht, da die Bürger entscheiden, wer sie im Stadtrat vertritt. Ich erlebe Stadträte, die in ihrem Amt die kommunale Selbstverwaltung als Kernelement einer lebendigen Demokratie leben. Sie leben als gewählte Amtsträger den Willen zum Konsens und die Kraft zur Integration in unserer Stadt. Geprägt wird diese Qualität durch Vertrauen und Vernunft und durch ein Misstrauen gegenüber Ideologien. Wir haben Stadträte, die ein kleinkariertes, provinzielles und eitles Profilierungsgetue ablehnen, da es unserer Stadt schadet und kein Ausdruck einer ernsthaften Stadtpolitik ist."

Sie arbeiten künftig (wieder) im Kreistag mit. Wie werden Sie sich in dem Gremium einbringen?

"Mein persönliches Wahlergebnis ist ein hoher Vertrauensbeweis. Für den Landkreis gilt wie vor Ort, kluge Antworten auf die gegenwärtigen und künftigen Fragen zu geben. Ich orientiere mich allein an Sachfragen. Dazu zählen eine weitere Optimierung des Öffentlichen Personennahverkehrs, eine flächendeckende Schulnetzplanung mit einem breiten Berufsschulangebot für alle Ausbildungsberufe, die Unterstützung der Modernisierung der Automobilindustrie, eine auskömmliche Finanzausstattung für den Landkreis durch den Freistaat sowie eine Altenhilfeplanung, die sich auf die veränderte Situation und die veränderten Bedürfnisse älterer und alter Menschen einstellt."