Wahrlicher Porzellanthron? 310.000 Euro für Toilettenanlage

Innenstadt Beschädigte Holzteile lassen die Kosten steigen

Glauchau. 

Glauchau. Die Innenstadt von Glauchau verfügt seit wenigen Tagen über eine neue öffentliche Toilettenanlage. Sie befindet sich im ehemaligen Kiosk am Eingang des Schillerparks. Die Toilettenanlage kann täglich zwischen 6 und 22 Uhr genutzt werden. Die Nutzungsgebühr beläuft sich auf 0,50 Euro. Die Behindertentoilette ist mit einem Spezialschlüssel erreichbar. Damit wird gleichzeitig eine lange Debatte zur Umnutzung des 1926 errichteten Gebäudes beendet.

Teure Angebote der Baufirmen

Bereits 2007 gab es erste Gedanken, das Objekt erneut als Kiosk und Toilettenanlage zu betreiben. Mit Unterstützung aus den Fördertöpfen des Programms "Städtebauliche Erneuerung" wurde 2010 eine Sicherungsmaßnahme am Dach durchgeführt. Damit ging die Stadt gleichzeitig die Verpflichtung ein, zukünftig das gesamte Gebäude zu sanieren. Die Aufnahme des Objektes in das Programm Städtebaulicher Denkmalschutz "Stadtkern und Lange Vorstadt" erhöhte die Chancen für eine Umsetzung. 2017 folgte ein Baubeschluss durch den Stadtrat.

Die Angebote, die von den Baufirmen vorgelegt wurden, lagen aber deutlich über der Kalkulation. Deshalb mussten 2018 alle Vergabeverfahren und Beschlüsse durch den Stadtrat aufgehoben werden. 2019 rückten (endlich) die Handwerker an. Sie kümmerten sich unter anderem um die komplette Neuverlegung der Abwasser- und Wasserleitungen sowie der Elektroleitungen. Türen, Fenster, Fußboden und Fliesen konnten erneuert werden.

Unvorhergesehene Kosten

Während der Sanierungsmaßnahmen wurde eine unvorhersehbare Schädigung der Holzkonstruktion im Dach- und Deckenbereich entdeckt. Mehrere Deckenbalkenköpfe und die Mauerkrone waren massiv von holzzerstörenden Pilzen befallen. Das sorgte für Extra-Ausgaben in Höhe von 60.000 Euro, heißt es aus dem Rathaus. Dadurch steigen die Kosten für das Bauvorhaben auf rund 310.000 Euro.

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