Waldenburg wird zum Kurort

Stadtentwicklung Sieben Millionen Euro für Kur-Klinik

Blick auf Waldenburg. Die Kleinstadt im Landkreis Zwickau wird Kurort. Foto: Frenzel

Waldenburg. Das ist eine Riesen-Überraschung: Die 4000-Einwohner-Stadt an der Zwickauer Mulde wird zum Kurort. Bürgermeister Bernd Pohlers (Freie Wähler) hat die Zusage am Freitagnachmittag vom Sächsischen Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr bekommen. Nun müssen die Ortseingangsschilder ausgetauscht werden - darauf kommt die neue Aufschrift "Kurort Bad Waldenburg".

Zuvor wird aber gefeiert. Am heutigen Samstagnachmittag gibt es am Museum und Naturalienkabinett ein Bürgerfest. Los geht's 15 Uhr. Bernd Pohlers hat 250 Liter Freibier bestellt und steht selbst am Zapfhahn. Der Grill wird angeworfen. "Feuerwehr und Gewerbeverein haben sofort ihre Unterstützung zugesagt", sagt Pohlers. Die Zusage, dass Waldenburg zum Kurort wird, ist der größte Coup in seiner mehr als 15-jährigen Amtszeit.

Von dem Heilwasser wusste man schon im 18. Jahrhundert

Das Museum und Naturalienkabinett wurde bewusst als Ort fürs Bürgerfest ausgewählt. Leiterin Christina Ludwig hat den Stein ins Rollen gebracht. Sie fand im Archiv die alten Unterlagen von Otto Carl Friedrich (1758 bis 1800). Er hat am Ende des 18. Jahrhunderts das Wasser im Grünfelder Park untersuchen lassen. Das überraschende Ergebnis: Das Heilwasser eignet sich für Trink- und Badekuren.

Die Pläne wurden damals aber nicht weiter verfolgt, die Unterlagen blieben lange verschollen. Dabei sind sie für die Töpferstadt nun Gold wert: Das Staatsministerium war mit Blick auf die historischen und aktuellen Studien zur Qualität des kühlen Nasses überzeugt. Zudem fanden bereits Probebohrungen statt.

Sieben Millionen Euro sollen investiert werden

Der Titel "Kurort Bad Waldenburg" stellt eine Riesenchance für Waldenburg dar. Am Dienstag trifft sich der Stadtrat zu einer Sondersitzung. Los geht's 19.30 Uhr im Ratssaal. Dr. Roland Knöfler, Geschäftsführer des Rudolf-Virchow-Klinikums in Glauchau, soll die ersten Pläne zum Umbau des leerstehenden Marstalls zur Kur-Klinik vorstellen. Nach BLICK-Informationen handelt es sich um ein Investitionsvolumen von sieben Millionen Euro. Offen bleibt, wie viele neue Arbeitsplätze entstehen. In einer zweiten Etappe kann das ehemalige Kloster "Roter Stock" in Remse ebenfalls zur Kurklinik umgebaut werden.