Was wird aus der Kirchberger Fabrikantenvilla?

Umbau Zukünftige Manufaktur oder Ferienwohnungen stehen als Idee

was-wird-aus-der-kirchberger-fabrikantenvilla
Die alte Fabrikantenvilla von Richard Doerfel sucht einen Eigentümer mit Ideen. Foto: Nicole Schwalbe

Kirchberg. Das 800 Quadratmeter große Dornröschenschloss wartet auf seinen Prinzen, der die alte Fabrikantenvilla aus dem Baujahr 1878 des Unternehmers Richard Doerfel aus dem Schlaf erweckt und ihr eine neue Aufgabe gibt.

An einigen Stellen sieht man, dass der Zahn der Zeit an dem Gebäude nagt, dennoch ist die Villa ein Prunkstück vergangener Zeiten mit Stuckdecken, bunten Glasfenstern aus dem Jahre 1878, originalen Fliesen, historischem Parkett und sogar einem der wohl ersten beheizbaren Handtuchhaltern, die überhaupt gebaut wurden.

Die Kirchberger sind optimistisch, jemanden zu finden, der ein Konzept für die Villa hat, denn als Wohnhaus dürfte das Prunkstück mit 21 Zimmern etwas groß zu sein. Außerdem stehen die Chancen auf Fördermittel für gewerbliche oder soziale Einrichtungen sehr gut.

"In Kirchberg fehlen Übernachtungsmöglichkeiten, daher wäre die Villa vielleicht sogar gut nutzbar als ein Domizil mit Ferienwohnungen", so die Immobilienmaklerin Anja Roocke. Auch Jugendherbergen würden sich geradezu anbieten, zumal es solche in Sachsen nur sehr rar gesät gibt und diese doch auch immer mehr Anlaufpunkt für Familien sind.

Aber auch eine Manufaktur hätte in dem großen Haus ausreichend Platz für Maschinen und Büros. "Am liebsten wäre mir eine Schokoladenmanufaktur", so Roocke augenzwinkernd, aber die kunstinteressierte Maklerin würde sich auch über eine Manufaktur für erzgebirgische Holzkunst freuen.

Richard Doerfel wurde am Schießhausberg gerade erst eine Straße gewidmet, ganz zur Freude des Urenkels Bernhard Doerfel, der in Hessen lebt. Als Erbe hofft der 74-Jährige, dass sich zeitnah ein Nutzer für die Villa in der Sieben-Hügel-Stadt finden wird.