Weg für Neubau ist frei

Stadtrat Antrag auf Bürgerentscheid mehrheitlich abgelehnt

Die Entscheidung ist gefallen. In Zwickau-Eckersbach entsteht nun in den kommenden Jahren für voraussichtlich 18 Millionen Euro ein neues Fußballstadion. Einen Antrag der CDU-Fraktion auf einen diesbezüglichen Bürgerentscheid lehnte die Mehrheit der Stadträte mit 19 (Ja) gegen 27 (Nein) Stimmen ab. Zuvor wurde das Pro- und Contra lang und breit, sehr emotional aber auch konträr diskutiert und bei der Gegenseite unlautere Motive vermutet. Wobei auch erstaunliche Gedächtnis-Lücken mancher Politiker über ihr eigenes Stimmverhalten in der Vergangenheit zu Tage traten. Das sorgte nicht nur in den Reihen der Zuhörer auf den Besucherbänken für Erstaunen und Heiterkeit. CDU-Fraktionschef Thomas Beierlein befürchtete mit seinen Mannen eine nicht vorhersehbare ungesteuerte Kostenexplosion. Erst Jens Heinzig, Fraktionschef SPD/Die Grünen, brachte die Diskussion schließlich wieder auf den Punkt: "Egal, wie ein Bürgerentscheid auch ausfallen würde, ein Stadion wird auf jeden Fall gebaut, vielleicht dann etwas später, mit einem neuen Konzept und möglicherweise auch etwas teurer." Stadtratsbesucher Matthias Stark ist mit dem Ergebnis durchaus zufrieden: "Für mich ist wichtig ist, dass in Zwickau weiter Fußball - auch höherklassiger - gespielt werden kann. Das ist Fakt. Ich war noch nicht so oft bei einer Stadtratsitzung dabei, aber mir kam das Demokratie-Verständnis einiger Räte sehr merkwürdig vor." Die Idee für den Bau eines Stadions entstand, nachdem die Sanierung des traditionsreichen Westsachsenstadions wegen einer erwarteten finanziellen Steigerung verworfen wurde und die Stadtverwaltung von den Stadträten mit der Erarbeitung eines Konzeptes mit möglichst niedrigen Kosten beauftragt wurde.