Welcome Haus - das erste Zuhause nach der Flucht

Vorgestellt Jugendhilfeeinrichtung für junge Ausländer

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Susann Richter zeigt das neue, ruhige Klassenzimmer. Foto: Nicole Schwalbe

Lichtentanne. Sie sind zum Teil erst 15, wenn sie in Deutschland ankommen, nachdem sie Wochen und Monate aus anderen Ländern unter schwersten Bedingungen hierher geflüchtet sind. Die Rede ist von sogenannten "umA's", unbegleiteten minderjährigen Asylsuchende. Sie werden in Erstaufnahmeeinrichtungen in Empfang genommen und von dort aus deutschlandweit mithilfe des Jugendamtes in die "Inobhutnahmestellen" verteilt.

"In unserem Haus kommen die Jungs an und benötigen als erstes die Grundversorgung wie Essen, Kleidung, Schlaf. Dann erst bekommen sie einen Vormund, der alles Rechtliche klärt", erklärt Susann Richter vom Welcome House, einer Jugendhilfeeinrichtung vom IWS Integrationswerk gGmbH Westsachsen. "Die Arbeit ist nicht immer ganz einfach, aber wenn man sie gerne macht und so ein starkes Team an seiner Seite hat, schafft man das", sagt Richter. Die studierte Diplom-Sozialpädagogin hat bereits seit einigen Jahren Erfahrungen mit Menschen sammeln können, die am Rande der Gesellschaft standen und Hilfe benötigten, sich wieder einzugliedern. Seit September letzten Jahres leitet sie die Einrichtung in Lichtentanne.

In der ehemaligen Jugendbegegnungsstätte sind nun Inobhutnahme und Heim gleichermaßen untergebracht, so dass einige der zum Teil schwer traumatisierten Kinder und Jugendlichen ankommen und nach einem zeitaufwendigen Aufnahmeverfahren auch in ihrem neuen Zuhause bleiben und zur Schule gehen können. "Bisher hatten wir noch keine Vorkommnisse strafrechtlicher Art. Die Jugendlichen, die hierher kommen, wollen ihre Chance auf ein besseres Leben auch nutzen", so Richter."Wir sind gleichzeitig auch FSJ- und BFD-Stelle." Somit können sich alle, die ein "Freiwilliges Soziales Jahr (FSJ) oder "Bundesfreiwilligendienst" (BFD) machen möchten, bei ihr bewerben.