Wenn die Maske den Alltag bestimmt

Schutz Verordnung sorgt für ungewohnte Herausforderungen

Seit Montag ist in Sachsen das Tragen einer Mund-Nasen-Bedeckung bei der Benutzung des öffentlichen Nahverkehrs und beim Aufenthalt in Einzelhandelsgeschäften Pflicht. "Blick" befragte dazu Westsachsen nach ihrer Meinung.

Vernünftige Rahmenbedingung für Prüfung schaffen

Michael Olbrich, Schulleiter, steht mit der Einführung der Maskenpflicht vor einer großen Herausforderung. "Wir haben in dieser Woche mit den schriftlichen Abiturprüfungen begonnen. Dabei setzten wir auch die Maskenpflicht konsequent durch. Auf der anderen Seite versuchen wir innerhalb der uns möglichen Spielräume vernünftige Rahmenbedingungen für die Prüfungen zu schaffen", sagte er. Das bedeutet, sobald die Abiturienten ihre Plätze an den in vorgeschriebenen Sicherheitsabständen aufgestellten Tischen eingenommen haben, dürfen sie für die Zeit des Schreibens der Arbeiten ihre Masken abnehmen.

Neues Gefühl bei der Kundenberatung

Franziska Rochelt, Buchhändlerin, steht seit Montag mit einer Maske im Geschäft. "Wir freuen uns natürlich, dass wir wieder aufmachen durften, aber es ist schon etwas ungewohnt. Die Maske gibt uns und den Kunden jedoch schon das Gefühl, ein wenig geschützt zu sein", sagte sie. Neuartig sei für sie das Gefühl bei der Kundenberatung. "Normalerweise erkennt man an der Mimik der Leute, ob man richtig liegt. Jetzt stehen dafür nur die Augen zur Verfügung. Doch selbst die verraten bei genauem Hinschauen eine ganz Menge." Ihre Maske nimmt Franziska Rochelt nur ab, wenn kein Kunde im Laden ist.

Rücksichtsvoller Umgang miteinander

Nico Quade vom Verkaufsteam Intersport Gü-Sport, hat beschlossen, den recht steril wirkenden Masken einen Hauch mehr Freundlichkeit zu verleihen. Deshalb hat er ein Lächeln auf den Stoff gemalt. "Die Erfahrungen der zurückliegenden Tage haben gezeigt, dass die Leute doch sehr rücksichtsvoll miteinander umgehen. Auch das Tragen der Maske ist für die Masse kein Problem. Wer keine dabei hat, dem bieten wir entweder die Möglichkeit an, eine bei uns zu kaufen oder wir stellen eine kostenlose Einwegmaske bereit", so Nico Quade, vielen Fußballanhänger noch als Trainer des FSV Zwickau bekannt.

Arbeit unter schwierigen Bedingungen

Uta Rockstroh, Apothekerin, hat ihren Mitarbeiterinnen schon vor längerer Zeit frei gestellt, ob sie eine Maske tragen oder nicht. "In Apotheken gelten ohnehin sehr hohe Hygienestandards. Seit Montag tragen wir die Masken durchgehend nicht nur im Verkaufsbereich, sondern auch in den hinteren Räumlichkeiten. Ich habe großen Respekt vor meinen Frauen, die den ganzen Tag über unter solchen schwierigen Bedingungen arbeiten", erklärte sie. Dennoch empfinde sie das Tragen der Masken als sinnvoll, weil man damit nicht nur sich selbst, sondern auch andere Menschen vorsorglich schützen könne.

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