Wenn Kinder nach Sterben fragen

Hospiz Museumskoffer Vergiss mein nicht

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Regina Schönberg und Anke Schramm-Schmidt mit dem Museumskoffer.Foto: N. Schwalbe

"Sterben ist ein unangenehmes Thema, aber eines, das mit dem Leben zu tun hat", sagt Regina Schönberg, die seit vielen Jahren als Trauerbegleiterin im Christlichen Hospizdienst Dresden arbeitet. Gemeinsam mit ihrer Kollegin Anke Schramm-Schmidt ist sie nach Zwickau gekommen, um Erziehern, Lehrern und Interessierten Trauerarbeit mit Kindern näher zu bringen. "Kinder können viel mehr aushalten, als wir Erwachsene glauben", sagt Anke Schramm-Schmidt und stellt Trauerarbeit in den unterschiedlichen Altersstufen vor. "Kinder trauern auch, wenn sie spielen. Sie sind in der Lage, aus der für sie unangenehmen Situation zu springen und abzuschalten", erklärt Schönberg. Während Babys zwischen 10 Monaten und 2 Jahren den Verlust einer Person durchaus als negativen Reiz wahrnehmen, realisieren Vorschulkinder zwar die Nachricht, dass jemand gestorben ist, dies hat für sie jedoch keine endgültige Bedeutung. Es wird empfohlen, das Kind auf jeden Fall mit zu einer Bestattung zu nehmen und es vorher über den Ablauf zu informieren. Als Grabbeigaben sollte unbedingt auf das Lieblingsspielzeug verzichtet werden. "Wichtig ist", betont Schönberg, "den Kindern zu erklären, dass nicht der Opa, sondern der tote Körper von Opa verbrannt wird." Um gerade Schulkindern das Thema "Tod" zu vermitteln, hat das Museum für Sepulkralkultur in Frankfurt in Zusammenarbeit mit dem Verein "Kaleidoskop" einen Museumskoffer in Sargform entwickelt, der als mobile Mitmachausstellung für eine Vielzahl von Projekten in Kita und Schule geeignet ist und sachsenweit ausgeliehen werden kann. Enthalten sind darin unter anderem ein Forschungsset für Rollenspiele, Material für den Kreislauf des Lebens, Formalitäten nach dem Tod, Karten mit Gefühlsmonstern, Bastelmaterialien und Anleitungen. Nähere Infos unter www.hospiz-palliativ-sachsen.de und Tel. 0351-2104855.