Wer war eigentlich Heinrich Braun?

Klinikum Forscher berichtet Unbekanntes über den Namensgeber der Einrichtung

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Dr. Nils Hansson bei seinem Referat über Heinrich Braun beim 12. Zwickauer Ärzteball. Foto: Ludmila Thiele

Zwickau. Auch wenn jedem Zwickauer der Name Heinrich Braun geläufig ist, manchen schon aufgrund ihrer Geburt im Zwickauer Heinrich-Braun-Klinikum, so wissen doch die wenigsten, dass der Namensgeber des Krankenhauses in den 1920er-Jahren mehrmals für den Nobelpreis nominiert war. Bekommen hat er ihn leider nicht.

Historische Spuren

Obwohl sich bis heute viele einig sind, dass er diese Anerkennung für seine Lokalanästhetika-Forschung durchaus verdient hatte, so war das Fazit von Nils Hansson vom Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf. Bei seinen Forschungen am Nobelpreis-Institut in Stockholm stieß er auf historische Spuren, die zum Arzt und Wissenschaftler Heinrich Braun führten, der 1906 in Zwickau die Stellung des Direktors des Königlichen Krankenstiftes

Zwickau übernahm und 22 Jahre lang in Zwickau wirkte. "Preisverdächtig", unter diesem Titel stellte der gebürtige Schwede Hannson bisher unbekannte Fakten zu den Nobelpreis-Nominierungen vor, die zwar hoch verdient waren, dann aber aus einfachen Gründen scheiterten. Der erste war: neben Braun gab es noch drei weitere Wissenschaftler, die in dieser Zeit intensiv auf dem Gebiet Anästhesie forschten - so konnte man sich schlicht und einfach nicht entscheiden zwischen den Kandidaten.

Der zweite Grund: bei einer der Nominierungen waren die Ergebnisse der nominierten Arbeit schon länger bekannt. "Auch wenn Heinrich Braun keinen Nobelpreis bekam, hatte der Ehrenbürger der Stadt Zwickau viele andere Auszeichnungen", so Hannson.