Wie macht man erfolgreiche Werbung? Na mit Puppen!

Ausstellung Burg Schönfels stellt den "Lustigmacher" Rolf Traxler vor

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Die Puppenspielerin Karla Wintermann hat die Ausstellung des Puppentheaters von Rolf Trexler auf der Burg Schönfels aufgebaut. Foto: Nicole Schwalbe

Lichtentanne. "Figurentheater ist die Illusion, bei der man weiß, dass es eine ist, aber gleichzeitig auch vergisst, dass es eine ist", sagte einst Rolf Trexler. Bereits mit 15 Jahren wurde der 1907 in Zwickau geborene Rolf Trexler offizieller Grafiker der Hartensteiner Puppenspiele. Er entwarf die Werbeplakate und Bühnengrafiken und wurde in die Kunst des Puppenspiels eingeführt.

Puppentheater als Industriewerbung

Im Zweiten Weltkrieg als Kraftfahrer eingezogen, war sein selbst gebauter Kasper immer dabei. Nach dem Krieg gestaltete Trexler sein Puppenspiel komplett selbst und eröffnete 1954 in Rothenburg ob der Tauber sein eigenes Figurentheater. Bereits 1952 kam die Idee auf, Puppentheater als Industriewerbung zu machen.

Zuschauer waren begeistert

Sein erster Kunde war das Bremer Rum Contor. Mithilfe des Puppenkabaretts machte er Werbung für den Robinson-Rum. Auftraggeber und Besucher waren begeistert und so purzelten die Aufträge nur so auf Trexlers Tisch. Die Zuschauerzahlen gingen in die Millionen, es gab Puppenspiele in Ausstellungen, auf Industriemessen, in Kaufhäusern und Schaufenstern. "Die Auftraggeber waren scharf kalkulierende Kaufleute, die erkannt haben, dass man mit dem Puppenspiel im Zuschauer mehr das Gefühl als den Verstand anspricht."

Aus Dankbarkeit zum Kunden werden

Diese Art der "Sympathie-Werbung" machte aus dem Zuschauer durch sein Dankbarkeitsgefühl einen Kunden", so Trexler in einem der früheren Fachblätter für Puppenspiel "Perlicko-Perlacko". Trexler starb 1985 in Rothenburg.

Am 22. Oktober wird die Sonderausstellung seines Puppentheaters "Rolf Trexler: Lustigmacher" um 15 Uhr durch Bürgermeister Tino Obst, den Enkel Rolf Trexklers, Timo Leukefeld sowie die Puppenspielerin Karla Wintermann feierlich eröffnet.

Die Ausstellung ist noch bis zum Frühjahr 2018 auf Burg Schönfels zu sehen.