Wildtier-Verbot: Linke ziehen Antrag zurück

Stadtrat Unsichere Rechtslage erkannt

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Glauchau. Kommunale Flächen dürfen in Glauchau weiter Zirkusunternehmen, die mit Wildtieren unterwegs sind, zur Verfügung gestellt werden. Der Stadtrat hat sich auf seiner jüngsten Sitzung nicht mit dem Thema beschäftigt. Der Grund: Die Linken-Fraktion zog ihren Antrag, mit dem die Verpachtung der Grundstücke verhindert werden soll, kurzfristig zurück.

Die Rechtslage ist zu unsicher

Linken-Stadtrat Roland Schröder begründet den Schritt mit den Entscheidungen der übergeordneten Behörden. Die Landesdirektion habe in der Vergangenheit mitgeteilt, dass die Stadträte mit den Entscheidungen ihre Kompetenzen überschreiten würden.

"Angesichts der unsicheren Rechtslage, der resoluten Haltung der Landesdirektion Sachsen zum Thema und der Gefahr einer rechtsaufsichtlich angeordneten Revidierung sehen wir den Zeitpunkt noch nicht gekommen, einen entsprechenden Beschluss zur Abstimmung zu bringen", sagt Schröder. Einen Termin, wann ein neuer Anlauf genommen werden soll, nennen die Linken-Vertreter noch nicht.

Trotzdem solle die Bundesregierung reagieren

Trotzdem halten die Stadträte an ihrem Standpunkt fest. "Wir erwarten, dass in naher Zukunft die Bundesregierung der mehrfachen Aufforderung des Bundesrates folgt und die tierschutzrechtlichen Bestimmungen entsprechend ändert", sagt Roland Schröder.

Zudem wird auf die Situation in anderen europäischen Staaten verwiesen, wo es starke Einschränkungen zum Transport der Wildtiere in den rollenden Zirkuswagen gibt. Zu den Wildtieren, die aus Sicht der Tierschützer nicht mehr in der Manege zu sehen sein sollen, gehören Elefanten, Flusspferde, Giraffen, Großkatzen, Nasshörner und Wölfe.