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Wildtiere leiden unter überfüllten Wäldern

Miteinander Zu Gast in der "Wohnung des Tieres"

Limbach-Oberfrohna. 

Limbach-Oberfrohna. Vor einigen Tagen berichteten wir bereits, dass Wildtiere vor allem in der aktuellen Zeit ihre Rückzugsorte in den Wäldern benötigen und diese durch den Menschen gemieden werden sollten.

Diese Woche sah die Lage am Pfarrbach in Limbach-Oberfrohna so aus: Nach fünf Wochen Schnee lockt der Rodelberg manche nicht mehr ganz so stark. Der Schlitten bleibt stehen und über einen umgestürzten Baum wird auf die andere Seite des Baches geklettert und dort die Gegend erkundet. Das Problem: Dieser Teil des Oesterholzes ist einer der letzten Rückzugsorte für freilebende Tiere. Diese haben es seit Monaten schon schwer: Seitdem Freizeitangebote weggefallen sind, entspannen immer mehr Menschen in der Natur und verlassen dabei auch die vorgegebenen Wege. "Darunter leiden besonders die Rehe", informiert Steffen Brendel. "Sie finden jetzt wegen des Schnees weniger Nahrung, fahren ihren Stoffwechsel runter." Laut dem Jagdpächter werden sie durch das veränderte Freizeitverhalten immer wieder aufgestört, werden schwächer, magern ab.

Alles muss harmonieren

Dazu kommt eine weitere Problematik: Nicht nur die zuständigen Jäger beobachten häufig freilaufende Hunde. Wenn ein aufgestörtes Reh in Panik flieht und dann noch von einem Hund gehetzt wird, verkraftet es das Wildtier meist nicht. "Im Wald prallen aktuell viele Interessen aufeinander", bemerkt Brendel. "Alles muss in einem gesunden Maß miteinander harmonieren." Wenn die Menschen auf den Wegen bleiben, Hunde angeleint geführt werden und Wintersport dort betrieben wird, wo es das Wild schon von weitem sieht, kann ein Miteinander gelingen. Laut sächsischem Waldgesetz sind die Jäger befugt, auf Fehlverhalten anzusprechen. Die Meisten reagieren vernünftig auf die Hinweise. "Wir Menschen befinden uns im Wald in der 'Wohnung des Tieres'", so Brendel. "Dementsprechend sollten wir uns auch so verhalten."