"Wir haben in den letzten Tagen viel eingekocht"

Interview Die Corona-Krise stellt die Gaststätte "Erdbeerschänke" in Werdau-Leubnitz vor Herausforderungen. Trotzdem setzt das Team (wieder einmal) auf Solidarität. BLICK-Reporter Holger Frenzel sprach mit Inhaber Ronald Otto.

Wie ist die Idee, einen Einkaufsservice für Senioren aus der näheren Umgebung anzubieten, entstanden?

Das war eine spontane Sache. Wir haben in der letzten Woche gemerkt, dass einige ältere Leute verunsichert sind und nicht in die Einkaufsmärkte fahren wollen. Wir müssen - so oder so - ein- bis zweimal pro Woche in den Großmarkt. Da ist es kein Problem, wenn Bedarf besteht, etwas mehr mitzubringen und an den Haustüren zu übergeben. Wir machen über Facebook und an einer Info-Tafel auf das Angebot aufmerksam. Die ersten Kinder beziehungsweise Enkelkinder, deren Eltern oder Großeltern in unserer näheren Umgebung wohnen, haben sich bereits gemeldet.

Was bedeutet die Corona-Krise für die Gaststätte "Erdbeer- schänke" in Werdau-Leubnitz?

Zunächst ging es um die Verarbeitung der vorrätigen Waren. Wir haben viel eingekocht beziehungsweise luftdicht verpackt. Bei uns wird nichts weggeschmissen. Zudem haben wir einen Teil des Lagerbestandes, den für den Cateringservice haben, abgegeben. Einweghandschuhe, Desinfektionsmittel und Küchenrollen wurden an einen Pflegedienst und die Ortsfeuerwehr übergeben. Dort wird es aktuell dringender gebraucht.

Sie zeigen sich solidarisch. Kommen wir so durch die Corona-Krise?

Es ist ein Geben und Nehmen. Das ist schon immer unser Motto gewesen - auch jetzt! Wir müssen zusammenhalten, unter anderem in der Nachbarschaft und in unserer Branche. So können wir durch die Krise kommen.

Hand aufs Herz: Wie lange wird die aktuelle Situation aus ihrer Sicht anhalten?

Da habe ich keine Ahnung. Ich denke aber, dass wir länger als bis zum Ende der Osterferien mit Einschränkungen leben müssen. Es ist nicht vorstellbar, dass im Mai schon wieder Normalität herrschen wird. Wir müssen uns dabei aktuell auf die Meinung von Experten verlassen.