Wird Lesen wieder "in"?

Bilanz 1003 Leseratten in der Stadtbibliothek - Haushaltslage bleibt angespannt

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Bibliotheksleiterin Sabine Petermann freut sich über das wachsende Interesse der jungen Leseratten. Foto: Frenzel

Werdau. In der Stadtbibliothek in Werdau gibt es eine erfreuliche Entwicklung: Kinder greifen wieder häufiger zu Büchern. Im letzten Jahr haben die Mädchen und Jungen insgesamt 8985 Kinderbücher ausgeliehen. Zum Vergleich: 2015 waren es noch 700 weniger. Die Zahlen hat Leiterin Sabine Petermann mitgeteilt. "Wir hoffen, dass der positive Trend anhält", sagt sie.

Damit machen sich die zahlreichen Aktivitäten zur Leseförderung offenbar bezahlt. Die Stadtbibliothek unterbreitet verschiedene Angebote an Kindertagesstätten und Grundschulen. Zudem konnten die Lesenachmittage für Kinder im Vorschulalter und aus den Grundschulen etabliert werden. Dafür stehen die nächsten Termine und Themen schon fest: Am 6. April gibt es - passend zu Ostern - eine Geschichte zur Hasenfamilie. Am 11. Mai wird ein Geschenk für den Muttertag gebastelt und die Geschichte "Die Bienenkönigin" präsentiert. Los geht's jeweils 15.30 Uhr.

Weitere Zahlen aus der Jahresbilanz

1003 Leseratten nutzen momentan die Angebote der Stadtbibliothek. Sie haben im letzten Jahr insgesamt 60.226 Medien ausgeliehen. 2015 waren es noch 63.047 Medien. Der Rückgang kommt für Sabine Petermann nicht überraschend. "Das ist ein allgemeiner Trend. Vor allem im Bereich der Sach- und Fachliteratur ist der Bedarf rückläufig", sagt die Leiterin der städtischen Einrichtung an der Holzstraße. Ungebrochen groß sei dagegen die Nachfrage nach Belletristik und Familienspielen.

Leser-Wünsche müssen warten

Schwierig: Da die Stadt bisher keinen Haushaltsplan für das laufende Jahr hat, dürfen die Mitarbeiter (noch) nicht auf große Einkaufstour gehen. Bestehende Vereinbarungen, mit denen beispielsweise die Titel von der Bestsellerliste oder die Neuerscheinungen von verschiedenen Bücherserien geliefert werden, laufen weiter. "Auf spezielle Wünsche der Leser können wir durch den fehlenden Haushalt momentan aber nicht reagieren", sagt Petermann. Sie verweist allerdings auf den kostenpflichtigen Service, dass Bücher über einen Online-Tausch aus anderen Bibliotheken bestellt werden können. Die Stadtbibliothek hat montags (9 bis 13 Uhr), dienstags und donnerstags (12 bis 19 Uhr) und freitags (9 bis 13 Uhr) geöffnet.