Wissen in die Wirtschaft einbringen

Bildung Berufseinstiegsprogramm TheoPrax am Gymnasium Reinsdorf

Seit diesem Herbst existiert das erste sächsische TheoPrax Kommunikationszentrum. Angesiedelt bei der in Chemnitz und Zwickau ansässigen "Gründernet" Beratungs- und Projektentwicklungs GmbH soll das mit dem Gymnasium Reinsdorf geplante Pilotprojekt eine in vielen Bundesländern anerkannte Form des wirtschaftsnahen Lernens etablieren. Der Allgemeinbildungstand eines Menschen, so sagt man, ist im Durchschnitt nie wieder so hoch wie zum Zeitpunkt seines Schulabschlusses. Doch nutzt er das auch im Berufsleben? Am Fraunhofer Institut für Chemische Technologie (ICT) in Pfinztal, Baden-Württemberg, entstand Mitte der 90er Jahre aus dieser Überlegung heraus der TheoPrax-Ansatz, der unternehmerisches Wissen und Denken bereits in den schulischen Alltag einfließen lässt. Konkret sieht das in der Reinsdorfer Außenstelle der Saxony-International-School-Gruppe so aus, dass im Zuge der Ende Januar 2016 anstehenden Projekttage neben den üblichen Themen auch eines oder mehrere aus der realen Wirtschaft stammen. Die Schüler bekommen ein reales, aktuelles Projekt aus einer regionalen Firma als Arbeitsgruppe zur Bearbeitung und Lösung übergeben.

Neben dem Einbringen fachlichen Wissens, sollen sie ein Gespür für wirtschaftliche Abläufe bekommen. Von Auftragannahme und -abrechnung, über Ressourcenplanung, Organisation und Aufgabenverteilung bis zur Präsentation der Ergebnisse im beauftragenden Unternehmen sollen die Schüler eigenverantwortlich arbeiten. Einzige Anlauf- und Schnittstelle zwischen Schule, Schülern und Unternehmen soll das Kommunikationszentrum sein. Der Ernstcharakter des Projekts soll das Gespür für notwendige Qualifikationen über die fachlichen hinaus schärfen und gegebenenfalls Interesse an den kennengelernten Branchen vermitteln.