Wo sind Maria, Josef und das Jesuskind hin?

Weihnachten Wohnungslose haben Heiligabend besondere Gäste

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Die Krippenfiguren sind umgezogen. Erst nach den Weihnachtsfeiertagen können die Mädchen und Jungen der Kita "Grüner Hof" sie wieder in ihrem Stall bewundern. Foto: Andreas Wohland

Zwickau. Die weihnachtliche Stallkrippe auf der Wiese vor der Kita "Grüner Hof", in dem seit Beginn der Adventszeit drei lebensgroße Figuren zu sehen waren, ist verwaist. Allerdings waren es keineswegs diebische Zeitgenossen, von denen Maria, Josef und das Jesuskind klangheimlich entführt wurden.

Schild verweist auf Umzug

"Die drei Figuren sind für ein paar Tage umgezogen, weil sie am Heiligabend ein wichtiger Bestandteil des Krippenspiels bei der Weihnachtsfeier der Wohnungsnotfallhilfe sind. Danach kehren sie bis 6. Januar wieder in ihren Stall vor der Kita zurück", erklärt Petro Richter, der bei der Stadtmission Zwickau als Abteilungsleiter Wohnungsnotfall- und Straffälligenhilfe tätig ist.

Aus seiner Sicht steckt hinter dem Umzug auf Zeit eine große Symbolik: Raus aus Isolation, Einsamkeit und Obdachlosigkeit - rein in die Wärme einer Gemeinschaft. "Das passt zur Geschichte vieler Menschen, die wir betreuen und mit denen wir seit Anfang der 1990er Jahre am Heiligabend gemeinsam feiern", betont Petro Richter.

Bis zu ihrem "Wiedereinzug" in den Krippenstall wird ein Schild auf den Verbleib der Figuren hinweisen. Angefertigt wurden sie von Hobbykünstler des Vereines DVS Input Consult. Der Zwickauer Verein widmet sich mit seinen Angeboten hauptsächliche Langzeitarbeitslosen, Alleinerziehenden und Problemgruppen im Wohnumfeld der Bahnhofsvorstadt.

Da die Krippenfiguren schon weit vor Weihnachten fertig waren, machte man sich bei der Stadtmission Gedanken darüber, ob man sie zwischenzeitlich nicht anderweitig verwenden könnte. Daraus entstand die Idee, auf der Freifläche vor der Diakonie-Kindereinrichtung einen kleinen Stall aufzubauen und Maria, Josef und das Jesuskind so einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren. Eventuell kommen nächstes Jahr weitere Krippenfiguren hinzu.