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Zeitkapsel entführt in die Vergangenheit

Rückschau Hartmannsdorfer lüften Geheimnis der Turmkugel

Hartmannsdorf. 

Hartmannsdorf. Die Anfang des Monats von der Spitze der Hartmannsdorfer "Kirche zu St. Johannes Enthauptung" abgenommene Turmkugel hat jetzt das Geheimnis ihres Innenlebens preisgegeben. Im Rahmen einer kleinen Andacht im Pfarrgarten wurde die Zeitkapsel geöffnet. Etwa 40 Hartmannsdorfer warteten gespannt darauf, was seinerzeit in die kleine Kupferhülse gelegt wurde.

Postkarten im Retro-Stil

Nach dem Öffnen des verplombten Behältnisses durch Mitarbeiter einer Dachbaufirma, holte Pfarrer Gottfried Wachsmuth vorsichtig den Inhalt ans Tageslicht. Zum Vorschein kamen unter anderem 40 Jahre alte Zeitungen, alte Postkarten der Kirche sowie ein Schreiben, das der damalige Pfarrer Heinz-Walter Baumann über die seinerzeit durchgeführte Sanierung verfasst hatte.

Pfarrer Wachsmuth nahm sich die Zeit, diese Botschaft an die nachfolgenden Generationen, vollständig vorzulesen. Anders bei der ebenfalls in der Kapsel befindlichen Ausgabe des "Neuen Deutschland", dem Zentralorgan der SED. Hier beschränkte er sich darauf - nicht ohne gelegentliches Schmunzeln - einige der Schlagzeilen zu zitieren. Nach dem offiziellen Teil bot sich den Anwesenden die Möglichkeit, selbst einen Blick auf den Inhalt der Kapsel zu werfen.

Frischekur für die Kirche

Etwa drei Jahre sollen die Arbeiten an der Kirche dauern. Notwendig wurden sie durch einen massiven Schwammbefall. Nach Abschluss der Sanierung wird die Turmkugel, der ebenfalls eine Frischekur verpasst wird, wieder an ihren Platz kommen.

"Was wir dann an zeitgeschichtlichen Dingen für die Nachwelt in die Turmkugel legen, werden wir zu gegebener Zeit entscheiden", sagte der Hartmannsdorfer Geistliche. Schätzungsweise 1,25 Millionen Euro soll die Sanierung der Kirche kosten, wobei umfangreiche Fördermittel in die Finanzierung des Vorhabens fließen.



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