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Zelle der friedlichen Revolution

Historie Friedensbibliothek existierte kurz, aber nachhaltig

Zwickau. 

Zwickau. Würde die Zwickauer Friedensbibliothek noch existieren, hätte sie am 1. September ihr 30-jähriges Bestehen feiern können. Erwin Killat, der damals zu den Initiatoren der Institution gehörte, kann sich noch gut an das Geschehen erinnern. "Ein Jahr zuvor haben sich etwa 20 Leute in den Gemeinderäumen der Katharinenkirche getroffen. Wir wollten gesellschaftliche Veränderungen, insbesondere mehr Freiheit, Gerechtigkeit und die Bewahrung der Schöpfung", sagte der 85-Jährige.

Friedensbibliothek stetig unter Beobachtung

Da solche Bestrebungen nicht im Sinne der DDR-Oberen waren, erfolgte die Gründung der Friedensbibliothek unter dem juristischen Dach der Kirche. Schirmherren waren die Innere Mission und Superintendent Günter Mieth. Dadurch war es möglich, dass die anfänglich rund 800 Bücher, Schriften und Kopien amtlich zur kirchlichen Ephoralbibliothek gehörten, die Friedensbibliothek aber als eine von mehreren Gruppen bei Inneren Mission tätig war. Mit der Eröffnung der Friedensbibliothek in einem Gebäude an der Reichenbacher Straße/Ecke Ossietzkystraße wurde zugleich allen Argumenten entgegengetreten, dass dort etwas aus dem Untergrund heraus passierte. Trotzdem beobachtete die Staatssicherheit ganz genau, was passierte, führte exakt Buch darüber, wer und wann die Bibliothek aufsuchte. "Viele Aktivisten aus der Friedensbibliothek hatten maßgeblichen Anteil an der friedlichen Revolution und der Gründung des Neuen Forums in Zwickau.

Seit 1994 gibt es keine Friedensbibliothek mehr

Nach der Wende änderte sich das Profil der Einrichtung. Unsere Aufgabe sahen wir von da an mehr in der Information und Beratung. Etwa bei der Gründung von Vereinen und Vereinigungen", so Erwin Killat. 1994 wurde der Friedensbibliothek-Verein aufgelöst, der gesamte Literaturbestand ging in den Besitz des Martin-Luther-King-Zentrums über.



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