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Zwei Bewerber bei der Oberbürgermeister-Wahl

Kommunales Herausforderer Weiß sieht durchaus Kritikpunkte und will den Bürgerwillen stärker beachten

Hohenstein-Ernstthal. 

Hohenstein-Ernstthal. Nicht nur die Landtagswahl, sondern auch die Oberbürgermeisterwahl findet am kommenden Sonntag in Hohenstein-Ernstthal statt. In der Karl-May-Stadt stehen Amtsinhaber Lars Kluge (42, CDU) und Alexander Weiß (26, Die Linke) zur Wahl.

Kluge hatte das Amt 2012 als Nachfolger von Erich Homilius angetreten, dessen Beigeordneter er zuvor war. Bei der damaligen Wahl gab es keinen Gegenkandidaten, was sich nun ändert. Denn Alexander Weiß als Fraktionsführer von "Die Linke" im Stadtrat will Verantwortung übernehmen und hat Kluges Politik in den vergangenen Wochen und Monaten immer wieder kritisiert. Welchen Hauptstreitpunkt es zwischen beiden gibt, zeigte sich auch beim Forum von "Freie Presse" am Montagabend, bei dem sich beide Kandidaten vorstellten und zu verschieden Komplexen debattierten sowie Fragen der über 100 Besucher beantworteten.

Bauvorstellungen gehen auseinander

Die Pläne für den Depotanbau am Karl-May-Haus passen Weiß nicht, vor allem auch weil sich jetzt andeutet, dass die ganze Sache teurer werden könnte. "Ich spüre nicht den Rückhalt für diese Projekt", sagt er und betonte, dass er seine Rolle als gewählter Vertreter der Bevölkerung vor allem darin sehe, die Interessen der Menschen umzusetzen und sie mehr einzubeziehen. Kluge verteidigte das Vorhaben, das sich verzögert, weil bei den ersten Ausschreibungen für die Bauleistungen die Preise viel höher waren als kalkuliert. Im Winter soll eine Neuausschreibung erfolgen, weil dann die Preise erfahrungsgemäß niedriger sind. "Ich bin zuversichtlich, dass wir es hinbekommen", sagte Kluge, der das Projekt unbedingt durchziehen will. Weiß hielt dagegen, dass es im Zweifelsfall auch ein Ende geben müssen, wenn der Eigenanteil der Stadt zu sehr in die Höhe schießt.

Ideen für die Stadt werden gesucht

Beide Kandidaten wollen versuchen, den Sachsenring-Lärm zumindest einzuschränken, was sich aber als schwierig darstellt. Über die Innenstadt, Soziales oder Ökologie wurde ebenfalls gesprochen, wobei gerade bei der Frage nach mehr Naturschutz in der Stadt nur wenige Ideen kamen. Im Fazit präsentierte sich Weiß als Herausforderer. "Ich bin der Meinung, Hohenstein-Ernstthal hat das Potential noch mehr zu sein", sagte der 26-Jährige, der sich dafür stark machen will. "Ich stehe für Kontinuität", lautet Kluges Schlussbotschaft nach reichlich anderthalb Stunden lebendiger Debatte mit viel Bürgerbeteiligung.



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