Zwei Gesichter der Reformation

Müntzer und Luther Das Kunstwerk von Christian Siegel vereint unterschiedliche Auffassungen

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Das Kunstwerk im öffentlichen Raum. Foto: privat

Zwickau. Derzeit begrüßt ein großes Müntzer-Luther-Bild die Zwickauer und die Gäste der Stadt an mehreren Bundesstraßen. So ist das Kunstwerk in Marienthal stadteinwärts in der Nähe der Weinhandlung Möckel zu sehen.

Überlagerte Porträts werden in Szene gesetzt

Im Format von 2,5 mal 3,5 Metern erinnert es an den 500. Jahrestag der Reformation und die Verbundenheit der Stadt Zwickau mit der Reformation. Der Künstler Christian Siegel erklärte dazu: "Die Firma Ströer stellte dafür dem Fördervereins der St. Katharinenkirche Zwickau ihre Mega-Light-Werbeanlagen kostenlos zur Verfügung. Den Druck der Bilder finanzierte die Sparkasse Zwickau." Auf dem Werk überlagern und durchdringen sich die beiden bekanntesten Porträts von Martin Luther und Thomas Müntzer.

Sie werden in fünf Stufen immer klarer: das Porträt Martin Luthers, basierend auf dem bekannten Lutherbildnis von Lucas Cranach d. Ä., und das Porträt Thomas Müntzers auf dem Kupferstich aus dem Jahr 1608 von Christoph van Sichem, verdeutlicht das Wachsen der Reformation in fünf Jahrhunderten und die fortwährende Aktualität der Worte und Ideen der Reformation.

Beide schauen in entgegengesetzte Richtungen, was auch die zunehmende Entfremdung beider Reformatoren verdeutlicht. Auf der einen Seite der radikalere Müntzer und auf der anderen Seite der überlegte Luther. Beide verbindet in der Mitte die Jahreszahlen 1517 und 2017 und unten das Zitat von Martin Luther: "Unser Nächster ist jeder Mensch, besonders der, der unsere Hilfe braucht."