Zwickauer Tätowierer versteigert Superheldin-Bild

Aktion Der Tätowierer und Künstler Florian Leibiger hofft auf Vorschläge, wer vom Erlös profitieren soll

Zwickau. 

Zwickau.Nicht nur für den Streetart-Künstler Banksy sind die Krankenschwestern die neuen Superheldinnen, die in der Coronakrise mit ihrem täglichen Einsatz Superman & Co. regelrecht in den Schatten stellen. Als der Zwickauer Tätowierer und Künstler Florian Leibiger in den Medien Banksys Gemälde sah, fühlte sich der 24-Jährige in seinem Anliegen bestätigt, die außerordentliche Rolle der Krankenschwestern künstlerisch in den Fokus der Öffentlichkeit zu stellen. Banksys Schwarz-Weiß-Bild, das in einem Londoner Krankenhaus hängt und im Herbst versteigert werden soll, zeigt einen Jungen, der eine Krankenschwester-Puppe mit in Superman-Manier ausgestrecktem Arm nach oben hält, während die Superman-Figur in einem Korb liegt.

Bildnerisches Denkmal für neue Superheldinnen

Leibiger hat sich hingegen für ein Porträt entschieden. Der Zwickauer kam Ende März während der Corona bedingten Schließung seines Tattoo-Studios auf die Idee, den neuen Superheldinnen ein bildnerisches Denkmal zu setzen. "Sie sorgen zwar nicht nur in Zeiten von Corona dafür, dass Menschen wieder gesund werden. Wie wichtig ihre Arbeit tatsächlich ist, wird uns meistens aber erst in einem Ernstfall klar", sagt er. Die Krankenschwester auf seinem Bild trägt unter ihrem weißen Schwestern-Kittel einen Superheldinnen-Anzug. Die Gesichtsmaske ist aber das unentbehrliche Utensil, das sie selbst schützen soll.

Einen Mund-Nase-Schutz braucht man natürlich auch, um Florian Leibigers Tattoo-Studio in der Inneren Schneeberger Straße 14 betreten zu dürfen, das seit dem 4.Mai wieder öffnen darf. Die ersten, die das Bild in Mischtechnik zu sehen bekamen, waren Leibigers Freundin Jasmin Pfefferkorn, die auch Mutter seiner am 12. Dezember vergangenen Jahres geborenen Tochter Mila ist, und seine Mutter Claudia Singer. Beide fanden sowohl das Bild als auch die Idee mit der Versteigerung sehr gut. Zurzeit hängt das 117 mal 87 Zentimeter Gemälde noch in Leibigers Arbeitszimmer. Sobald sein neues Studio am Alten Steinweg 1 eröffnet wird, in dem Leibiger auch eine Galerie für sein zweites Standbein, die Malerei einrichtet, wird es wohl vorerst dort einen Übergangsplatz finden.

Für Spendenvorschläge offen

Doch eigentlich würde der junge Künstler das Bild sehr gern für einen guten Zweck versteigern wollen. "Dadurch, dass ich neben der Arbeit im Studio noch voll in den Bauarbeiten für das neue Studio stecke, hatte ich noch gar keine Zeit, mir Gedanken darüber zu machen, wie ich das mache und an wen das Geld gehen soll. Da bin ich für Vorschläge offen und auch dankbar", sagt der seit sechs Jahren als Tätowierer arbeitende Künstler.

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