Zwickauer Werk betroffen

Industrie Johnson Controls verkauft Auto-Sparte - Entlassungen befürchtet

Bei Johnson Controls steht eine Umstrukturierung an. Der sogenannte Automotive-Bereich soll aus dem US-Konzern ausgegliedert und bis zum 1. Oktober 2016 als selbstständiges Unternehmen an die Börse gebracht werden. Der Konzern will zuvor fünf Prozent der weltweit 80.000 Angestellten entlassen. In Deutschland zählt der Bereich 7.000 Mitarbeiter. "Inwiefern einzelne Standorte betroffen sind, darüber liegen mir keine Informationen vor", sagte Ulrich Andree, Director Global Communications, gegenüber dem BLICK.

Von den beiden Zwickauer Niederlassungen gehört der Autositze-Hersteller in der Pölbitzer Straße zum Automotive-Bereich. Laut Betriebsratsmitglied André Eichhorn arbeiten hier etwa 320 Mitarbeiter in Festanstellung und 100 Leiharbeiter. "Die Reaktionen auf die Ankündigung fielen sehr unterschiedlich aus", so Eichhorn. Die meisten hätten Angst vor der Entlassung. Der Altersdurchschnitt in der Belegschaft liege bei 42,5 Jahren. Unter den Mitarbeitern seien viele, die bereits die 50 überschritten hätten. "Denen ist bewusst, dass sie in der Region so leicht keinen neuen Job mehr finden können", sagt der Betriebsrat. Dass große Konzerne gern zu Personalkürzungen greifen, um ihr Geschäft lukrativer zu machen, ist kein Geheimnis: "'Die Braut vor dem Verkauf hübsch machen', so nennen wir das hier", sagt Eichhorn.

Bis zum April sollen der offizielle Name und die Struktur der neuen Firma fest stehen. Für diese Zeit rechnet der Betriebsrat mit möglichen Kündigungen. "Wir gehen aber nicht davon aus, dass das Werk schließen wird", erklärt der Betriebsratsvorsitzende Mario Fröhlich. Einige der deutschen Niederlassungen könnten allerdings vor dem Aus stehen. Das sei auf einem Gewerkschaftstreffen mit 40 deutschen Betriebsräten klar geworden, so Eichhorn.