Zwischen dem See Genezareth und dem Ölberg

Projektreise Zwickauer Posaunen- und Sängerchöre musizieren in zwei Kirchen

Zwickau. 

Zwickau. "O Bethlehem, du kleine Stadt, wie stille liegst du hier, du schläfst, und gold'ne Sternelein zieh'n leise über dir. Doch in den dunklen Gassen...", so lautet der Anfang des ersten Verses eines deutschen Weihnachtsliedes im ev.-luth. Gesangbuch. Aber der Frieden dieses Liedes trügt! Beschreibt er in Teilen vielleicht eher eine idealisierte Weihnachtswelt?

Diese Gedanken und Erkenntnisse waren neben den gewaltigen Eindrücken Teil einer Sänger- und Bläserreise nach Israel und Palästina, die der Marienthaler Kantor Matthias Grummet kürzlich organisiert hatte. 55 Personen, überwiegend aus Zwickau, nahmen an der Exkursion teil.

Eine spirituelle Reise

Karl-Ernst Müller erklärte: "Unser Reiseleiter hieß Karl Walter, ein konservativer Jude, der uns sehr liebevoll betreute. Er begleitete uns zum Jordan-Fall, auf die Golan-Höhen, zur Festung Massada, zu den Qumranhöhlen und zum Toten Meer. Auch die Städte Nazareth, Jericho, Jerusalem, Bethlehem und Tel Aviv mit vielen Kultstätten besuchten wir. Mit Witz und erstaunlicher Sachkenntnis der deutschen Sprache und Denkweise tat er das. Und am Schabbat - freitags ab Sonnenuntergang - feierte er mit uns das spirituelle Mahl".

Besonders berührt waren die Teilnehmer von der Gedenkstätte "Yad Vashem", die an die millionenfache Ermordung, zerstörte jüdische Gemeinden und den Heldenmut von Gefangenen und Soldaten erinnern soll.

In einer Kirche am See Genezareth - ein Fischerboot diente dort als Altar - und in einer Kirche auf dem Ölberg in Jerusalem boten die Gäste aus Sachsen ein je einstündiges Musikprogramm dar.