Wirtschaft: Ist Deutschland noch ein "Schlaraffenland"?

Angemerkt Ein Kommentar von Wieland Josch

Es scheint, als gingen sie so langsam zu Ende, die fetten Jahre, in denen das ganze Land trotz aller Unkenrufe und Miesmacherei vor sich hin lebte. Die versammelten Wirtschaftsforscher und sonstige Finanzfachleute korrigieren ihre Prognosen für das Wachstum nach unten. Manch einer wagt schon den Ausblick, dass die Steuereinnahmen bald nicht mehr so sprudeln könnten, wie zuletzt.

Nach jedem Hoch kommt auch ein Tief, das ist keine großartig neue Nachricht. Vorbereitet darauf, so zumindest wirkt es, ist niemand so richtig. Ganz im Gegenteil. Als es allen ein wenig zu gut ging, verankerten die Politiker in Bund und Ländern voreilig eine Schuldenbremse in den jeweiligen Verfassungen, ganz so, als würde man auf alle Zeiten im Schlaraffenland leben. Es war richtig, über einen längeren Zeitraum Schulden abzubauen, aber zu glauben, nie wieder neue machen zu müssen, wirkt doch sehr naiv. Manch Wahlkämpfer ruft sogar weiter nach Steuererleichterungen, aber machen wir uns nichts vor: Kommen werden die wohl nicht.