51.000 Zuschauer und somit 3.000 mehr gegenüber dem vorigen Jahr besuchten die DTM an diesem Wochenende auf dem Sachsenring. Sie sahen am heutigen zweiten Renntag das fast gleiche Programm wie am Samstag, wobei natürlich die der Rennserie ihren Namen gebende Hauptklasse, die DTM, im Mittelpunkt des Interesses stand.
Bestes Rennwetter
Nachdem am Vortag die deutsche Vorzeige-Automobilserie in den zweifelhaften Genuss kam, ein Teil-Regen-Rennen zu bestreiten, herrschte am klassischen Rennsonntag bei nicht gerade hochsommerlichen Temperaturen ansonsten aber bestes Rennwetter.
Andere äußere Bedingungen, gleicher Ausgang
Wenngleich mit anderen äußeren Bedingungen, glich das heutige DTM-Rennen dem gestrigen ziemlich. Diesmal hatte Jack Aitken (GBR, Ferrari 296 GT3, Emil Frey Racing), ebenfalls vom besten Startplatz aus, zunächst geführt, bis er von Thomas Preining (AUT, Porsche 911 GT3 R 992, Manthey EMA) ins vorübergehende Aus befördert wurde. Dafür bestrafte ihn die Rennleitung mit einer auferlegten Fahrt über die langsame Strafspur, sodass der DTM-Champion von 2023 weit zurückfiel.
Güven triumphiert erneut
Wieder war sein türkischer Marken- und Teamkollege Ayhancan Güven der erste Nutznießer und fuhr gleich noch einmal zum Sieg. Als Zweitplatzierter durfte sich Ben Dörr (Butzbach, McLaren 720S GT3 Evo, Dörr Motorsport) über sein erstes DTM-Podium, gleichbedeutend mit dem ersten seines Teams, freuen. Allerdings nur eine Zeit lang, denn am Abend wurde er disqualifiziert, sodass Jules Gounon (FRA, Mercedes-AMG GT3, Mercedes-AMG Team MANN-FILTER) Zweiter und Ben Green (GBR, Ferrari 296 GT3, Emil Frey Racing) Dritter wurde.
Umgekehrte Richtung im Klassement bei Maximilian Paul
Als Lokalmatador war wieder der 25-jährige Dresdner Maximilian Paul mit von der Partie. Mit seinem ca. 640 PS starken Lamborghini des familieneigenen Rennteams Paul Motorsport gelang ihm im 24 Autos umfassenden Teilnehmerfeld im ersten Rennen von Startplatz 20 aus eine tolle Aufholjagd vor bis auf Rang 14. Am Sonntag ging es für ihn vom guten siebenten Startplatz aus in umgekehrter Richtung zurück bis auf Platz 15. In der Schlussrunde wurde er von Jack Aitken zwar auf Platz 16 verdrängt, doch da dieser für seine wilde Aktion eine Positionsstrafe bekam, konnte sich Maximilian Paul wenigstens über Platz 15 und einen einen weiteren Zähler freuen.
Von Anfang an keine Pace
Hatte er sich am Samstag noch über seinen satteren Punktezugewinn gefreut, war er am Sonntag nach dem Rennen ziemlich konsterniert und sagte: "Der Start war gut, aber wir hatten von Anfang an keine Pace. Dann hatten wir auch noch bei beiden Pitstopps ein Problem, was uns noch weiter nach hinten geworfen hat. Aber wir haben sicherlich wieder einiges gelernt über unser Auto. Man lernt nie aus. Die Punkte aus dem ersten Rennen waren sicherlich nicht schlecht. Ansonsten müssen wir für die letzten Rennen weiter pushen."
Niels Tröger mit Heimrennen insgesamt zufrieden
In den drei Rahmen-(Renn-)Serien an diesem Wochenende waren ebenfalls Sachsen am Start. In der Sportwagen-Nachwuchsrennserie ADAC GT4 Germany teilt sich in diesem Jahr der 22-Jährige Niels Tröger aus Großfriesen, der Studien-bedingt derzeit Dresden wohnhaft ist, einen BMW GT4 Evo des Bremer Teams FK Performance Motorsport mit dem Dänen Andreas Jochimsen. Nachdem man in der Wertung des Samstagrennens nach einem Jury-Entscheid vom neunten auf den achten Rang vorgerutscht war, belegten sie im heutigen 50-minütigen Rennen mit ebenfalls obligatorischem Boxenstopp, jedoch inklusive Fahrerwechsel, den elften Platz. "Ich hatte mir etwas mehr erhofft. Dennoch bin ich zufrieden, denn es war cool, so viele Fans zu sehen und auch viele Bekannte aus meiner Kart-Zeit wieder zu treffen. Es hat auch viel Spaß gemacht, weil der Sachsenring als Rennstrecke einfach super ist", waren seine Worte nach getaner Arbeit.
Es gewannen ihre Teamkollegen Berkay Besler aus der Türkei und Gabriele Piana aus Italien.
Maxim Felix Dacher mit maximalem Erfolg zum Schluss
Im NXT Gen Cup war der 18-jährige Maxim Felix Dacher aus Schwarzenberg als Tabellenzweiter zu seinem Heimrennen und zugleich dem Saisonfinale dieser Elektro-Autorennserie sowie mit dem Ziel angereist, den Vize-Titel zu fixieren. Für diese Klasse standen vier Rennen auf dem Programm. Nachdem sich Maxim Felix Dacher am Samstag mit seinem zweiten Saisonsieg und einem fünften Platz gut in Position gebracht hatte, machte er heute den Vizetitel schon im ersten Rennen, nach zwischenzeitlicher Führung, mit seinem sechsten Platz dingfest. Dieses Rennen gewann die Lettin Patricija Stalidzane, die Freundin von Maximilian Paul.
Sechstes Podest gefeiert
Im das Wochenende insgesamt beschließenden Rennen gab es für ihn dann kein Halten mehr und er feierte sein sechstes Podest, zum dritten Mal ganz oben in der Mitte. Dazu merkte er anschließend an: "Die Rennsaison mit einem Sieg abzuschließen, ist natürlich richtig super - und dann noch auf meiner Heimstrecke. Am Ende bin ich Vizemeister und bester Rookie geworden. Damit bin ich richtig happy." Nachdem er am Samstag seinen Sieg wegen des chaotischen Rennenden nicht auf dem Podest feiern konnte, genoss er die Zeremonie heute umso mehr. "Ich musste erst einmal schauen, wo es zum Podest lang geht, weil ich diese Erfahrung ja vom Samstag her noch nicht hatte. Aber ja, es ist schon richtig schön, hier oben zu stehen" meinte er mit dem Sieger- und Vizemeister-Pokal in der Hand.
Jonas Greif verfehlte die Punkteränge erneut
Das heutige zweite Rennen zum Porsche Carrera Cup Deutschland führte der Niederländer Robert de Haan bis kurz vor Schluss an, dann ereilte ihn in der letzten Runde ein Reifenschaden, sodass der bis dahin Zweitplatzierte, der Franzose Alessandro Ghiretti, als Sieger abgewinkt wurde. Der 24-jährige Jonas Greif aus Coswig bei Dresden lag lange Zeit auf der 17. Position, fiel aber in der Schlussrunde aus dem gleichen Grund bis ans Ende des Feldes auf Platz 24 zurück.
Weitere Saisonrennen Mitte September
Die weiteren Saisonrennen gehen vom 12. bis 14. September auf dem Red Bull Ring in Österreichs Steiermark sowie das Finale vom 3. bis 5. Oktober in Hohenstein-Ernstthals Partnerstadt Hockenheim über die Bühne.
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