Baden-Württembergerin mit pinkfarbenem Simson „Star“ beim Treffen in Zwickau

Simsontreffen läuft auf dem Flugplatz in Zwickau

Zwickau

Das größte Simsontreffen Deutschlands auf dem Flugplatz in Zwickau ist voll im Gange. Und mittendrin im Geschehen Heike Hilbig aus Schwäbisch Gmünd mit einem pinkfarbenen Simson „Star“.

Ost-Gene und Trabi mit Pool

Die 56-jährige ist Feuer und Flamme: „Mein Vater war ein Hohenstein-Ernstthaler und von daher habe ich Ost-Gene.“ Heike Hilbig betreibt zuhause eine Fahrschule und weiß: „Die Jungs dürfen ja mit 15 Jahren Mopeds fahren, die bis 60 km/h laufen und deshalb ist das bei uns so ein Kult geworden.“

Leidenschaft und Lebensgefühl auf dem Flugplatz

In Zwickau ist die Baden-Württembergerin jetzt das vierte Jahr dabei, wie sie sagt: „Es ist so schön, auch wenn ich vielleicht den Altersdurchschnitt ein bisschen hoch halte. Es macht Spaß, die Jugend zu sehen und das, was sie bauen und auf die Beine stellen. Wir haben diesmal einen Trabi mit Schwimmbad dabei. Da wird Wasser eingefüllt und dann können wir baden.“

Beim Simsontreffen spüre man die Leidenschaft der Menschen zu den Mopeds. Das ist Leben, das ist Kult und man sollte das auch weiterführen. Das darf einfach nicht aussterben.“

Sicherheit verstärkt: Polizei und Streetworker im Einsatz

Das Sicherheitskonzept fürs Simsontreffen ist in Zusammenarbeit mit dem Ordnungsamt im Vorfeld komplett überarbeitet worden, wie Organisator Dominic Würfel sagt. Die Polizei ist präventiv auf dem Gelände unterwegs und auch städtische Ordnungskräfte sind im Einsatz. „Da viele junge Leute da sind, haben wir auch ein Streetworker-Team gewonnen, was sich unter die Besucher mischt“, so Würfel.

Nach einem wettertechnisch nassen Start ist Dominic Würfel optimistisch, dass alles vernünftig weiter läuft. Auch mit Blick auf einige Einzelfälle, wo Einsatzkräfte tätig werden mussten.

Straftaten und Platzverweise

Die Polizei registrierte im Zusammenhang mit der Veranstaltung bis Freitagvormittag insgesamt 15 Straftaten. Wie es von der Polizei heißt, wurden in fünf Fällen Anzeigen gefertigt, da tatverdächtige Personen im Alter von 17, 19, 21, 23 und 26 Jahren Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen verwendeten.

Die Kriminalpolizei-Inspektion Zwickau hat die Ermittlungen aufgenommen. In vier Fällen wurden Anzeigen wegen Körperverletzung aufgenommen. Bei den tatverdächtigen Personen handelt es sich um einen 20-, 23- und einen 27-jährigen Deutschen. Seitens Veranstalter ist in vier Fällen ein Hausverbot gegenüber Teilnehmern für die verbleibende Veranstaltung ausgesprochen worden. In diesen Fällen erhielten die Tatverdächtigen zusätzlich eine polizeiliche Platzverweisung.

In drei Fällen wurden zudem Kleidungsstücke, die politische Gesinnungen zum Ausdruck brachten, durch den Veranstalter mit Unterstützung der Polizei eingezogen, da sie gegen die in der Zeltplatzordnung festgelegten Verbote verstießen.

Am Freitag verlief die Veranstaltung tagsüber weitestgehend störungsfrei. Allerdings ist es in den führen Abend- und Nachtstunden vermehrt zu Straftaten durch die Besucher der Veranstaltung gekommen. Insgesamt wurden 16 Straftaten polizeilich erfasst. Der Schwerpunkt: Körperverletzungsdelikte und Straftaten im Bereich der Eigentumsdelikte. Hinzu kamen drei Ermittlungsverfahren wegen des Verwendens verfassungswidriger Gesten und Symbole.

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