Bei der MotoJunior-WM in Barcelona wird gut angelegtes Lehrgeld gezahlt

Sächsische Rennsport-Talente wagten auf ihrem erträumten Weg in die MotoGP den Sprung ins nächste Haifischbecken

Barcelona

In unseren Breiten ist die Rennsport-Saison 2026 längst angelaufen. Ausgerechnet im sonnigen Süden stieg die fast ausschließlich dort ausgetragene wichtigste Kaderschmiede für die Motorrad-Weltmeisterschaft „MotoGP“ erst an diesem Wochenende ins diesjährige Wettkampfgeschehen ein. Die Rede ist von der MotoJunior World Championship, der Moto3-Junioren-Weltmeisterschaft. Wie wichtig diese ist, belegt schon allein die Tatsache, dass das Moto3-WM-Feld 2026 mit elf Fahrern der letztjährigen Junioren-WM bestückt ist. Die weiteren aktuellen Piloten der dritten WM-Klasse unterhalb der Moto2 und der MotoGP haben diese harte Schule in einem der früheren Jahre besucht.

ADAC-Förderpiloten stellten sich extremer Konkurrenz

Nicht mehr allzu weit weg von diesem wichtigen Schritt auf der Karriereleiter sind drei sächsische Talente, die an diesem Wochenende in Barcelona in dieses Metier zumindest hinein schnupperten. Die vom Motorsport Team Germany bzw. der ADAC Stiftung Sport massiv geförderten Anina Urlaß aus Hohndorf bei Stollberg und die für den AMC Sachsenring fahrende Smilla Göttlich aus Eibau sowie Robin Siegert aus Lengefeld stellten sich nur eine Wochen nachdem MotoGP an gleicher Stelle dem harten Kampf im Moto4 Europe Cup, einer von vier Klassen an diesem Wochenende auf dem Circuit de Barcelona-Catalunya. Neben ihrer Kategorie und der Moto3-Junioren-Weltmeisterschaft waren noch die Moto2 European Championship und die Stock European Championship jeweils mit weiteren Deutschen im Programm.

Renn-Quali verpasst, aber viel gelernt

Für die allesamt 15-jährigen zwei Sächsinnen und den einen Sachsen ging es in den verschiedenen Qualifying-Sessions und gegebenenfalls einem Last-Chance-Rennen vornehmlich darum, sich unter 54 Bewerbern einen Startplatz der besten 30 im Hauptrennen zu sichern. Nun, dieses Vorhaben scheiterte bei allen dreien diesmal noch, doch sei dazu angemerkt, dass es für sie nach einem oder maximal zwei kleinen Schnupperkursen im vorigen Jahr in dieser Klasse ein sehr rarer Exkurs in dieses Haifischbecken war. „Das Niveau ist hier noch einmal viel, viel höher als im Moto4 Northern Cup, bei dem wir sonst fahren“, erklärte Robin Siegert stellvertretend für das sächsische Drei-Gestirn. Dazu sei auch angemerkt, dass der Großteil des Starterfeldes im natürlichen Vorteil befindliche Südeuropäer sind, schon länger in dieser Klasse fährt oder generell viel Zeit im gelobten Rennsport-Land Spanien verbringt. Da haben es unsere Talente ungleich schwerer.

Nur knapp vorbei

Allerdings verkauften sich alle drei teuer und konnten erhobenen Hauptes die Heimreise antreten. „Viel hat diesmal zumindest für die direkte Rennqualifikation nicht gefehlt, danach wurde es auch ein bisschen zum Glückspiel“, erklärte Anina Urlaß zum Ausscheiden, will es aber in diesem Jahr, wie die anderen beiden Sachsen-Racer, noch das eine oder andere Mal versuchen. „Auch, weil es ohne in Spanien zu fahren kaum geht. Hier kann man am meisten lernen. Auch von daher war es eine wichtige Erfahrung“, so noch einmal die in der Familie und unter Freunden „Hummel“ genannte Rand-Erzgebirgerin.

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