Bundesweite Protest-Aktion gegen die Kahlschlag-Fantasien des VW-Vorstands

Auch VW-Mitarbeiter in Zwickau sagen „Nicht mit uns!“

Zwickau

„Nicht mit uns!“ - diese klare Botschaft haben die Beschäftigten von VW in Zwickau und dem Volkswagen Bildungsinstitut Zwickau bei einer bundesweiten Protest-Aktion heute gesendet zeitgleich mit allen anderen Volkswagen-Standorten.

Man wehrt sich geschlossen gegen die Kahlschlag-Fantasien des VW-Vorstands, die über Medienberichte öffentlich wurden. Demnach plant das Unternehmen einen weiteren, massiven Stellenabbau und die Schließung mehrerer deutscher Werke. Das Management selbst hat sich gegenüber der Belegschaft dazu bisher nicht geäußert, wie es heißt.

Hier geht es nicht nur um VW, sondern um eine ganze Region

Thomas Knabel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Zwickau spricht von einem beeindruckenden Zeichen, das in Zwickau gesetzt worden ist: „Wir wollen wissen, wie sich VW die Zukunft vorstellt. Wir haben 2024 einen Vertrag geschlossen, wo zwei Dinge drinstehen: wir kämpfen gemeinsam um die Frage der Fabrikkosten, was die Kolleginnen und Kollegen Tag für Tag tun, und im Gegenzug gibt es vom Vorstand die Zusicherung auf Zukunft. Und nichts anderes fordern wir ein.“

Es gehe bei diesem Kampf nicht nur um die 8000 Arbeitsplätze bei Volkswagen in Mosel, so Knabel, sondern um die gesamte Region. Das Vertreter von Zulieferer-Unternehmen und auch IHK-Präsident Max Jankowsky dabei waren zeige, dass es nicht nur ein Thema für ein Unternehmen ist, sondern ein regionales.

„Volkswagen ist der größte Arbeitgeber in ganz Sachsen und das ist auch regionale Verantwortung, die Volkswagen hat. Wir werden nicht zulassen, dass die Entscheidung eines Vorstandes in Wolfsburg ganze Regionen ins Elend stürzt“, so Knabel.

Max Jankowsky weiß: „Es geht nicht nur um Volkswagen, sondern um 800 Firmen im Freistaat Sachsen und es geht um die Zukunft der jetzigen und künftigen Generationen in Südwestsachsen.“ Man müsse jetzt zusammen für die Region kämpfen und zeigen, dass man ein Wirtschaftsraum sei, der den „kommunikativen Nebel“, der aktuell im Konzern vorherrscht, nicht akzeptiert.

Unterstützung kommt auch aus Eisenach

Marko Schurig Vertrauenskörperleiter bei Opel in Eisenach: „Wir sind mit 50 Leuten angereist. Wir sind hier, um Solidarität zu zeigen und um zu zeigen, dass es um unsere Region und unsere Familien geht. Wir müssen und wir werden zusammenhalten.“

Toni Bernheiden, der 1. Bevollmächtigte der IG Metall in Eisenach sagt: „Für uns ist es wichtig, die Kollegen in Zwickau zu unterstützen, denn auch sie haben uns 2021 unterstützt als wir den Kampf um Opel in Eisenach hatten. Wenn die Arbeitgeber der Meinung sind, VW anzugreifen, dann greifen sie uns alle an.“

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