Beim FSV Zwickau ist mit Daniel Haubner auch ein verletzter Kicker mit ins Trainingslager in die Türkei gereist. Der 27-jährige Mittelfeldspieler spulte die Woche über ein individuelles Programm ab. Wenn alles wunschgemäß verläuft, kann er Mitte April wieder vollumfänglich ins Mannschaftstraining einsteigen.
Eine Geste, die Kraft gab
Es lief die 20. Minute im Heimspiel gegen den FC Eilenburg. Haubner wurde von seinem Gegenspieler Tom Weiß taktisch gefoult und landete anschließend unglücklich auf seiner linken Schulter: „Beim Aufprall habe ich sofort gemerkt und auch gehört, dass etwas kaputtgegangen ist“, erinnert er sich. Während er mit schmerzverzerrten Gesicht an der Seitenlinie entlanglief, ging der FSV Zwickau durch Veron Dobruna in Führung. Der Torschütze sprintete nach dem Treffer sofort zu seinem verletzten Mitspieler und gab ihm einen Kuss auf den Kopf. „Das war eine sehr schöne Geste, auch dass die anderen Spieler zu mir gekommen sind, das tat richtig gut in diesem Moment und hat mir sehr viel Kraft gegeben.“ Es folgten die niederschmetternde Diagnose Eckgelenksprengung in der linken Schulter sowie eine Operation. Was blieb, war die Frage: Was wird aus dem Trainingslager?
Haubner fliegt erstmals in ein Trainingslager
Nachdem der Arzt die Flugerlaubnis erteilt hatte, suchte Haubner als Nächstes das Gespräch mit FSV-Sportdirektor Robin Lenk sowie Trainer Rico Schmitt, welche gleichfalls grünes Licht gaben – und so saß der verletzte Mittelfeldstratege mit gepackten Koffer zum ersten Mal in seiner Karriere in einem Flieger. Sein weitestes Trainingslager führte ihn bis dato an den Gardasee. Während Schmitt seine Spieler fit für die Restrückrunde macht, arbeitet der Oberpfälzer akribisch an seinem Comeback. „Ich fahre viel Fahrrad, mache Übungen für die Schulter, um diese wieder mehr und mehr belasten zu können, und habe außerdem täglich Physiotherapie“, erzählt er und ist insgesamt mit den Rahmenbedingungen vor Ort sehr zufrieden.
Zuschauer & Tourist
Bei den Spielen nimmt Haubner gegenwärtig nur die Zuschauerrolle ein. Das 2:0 gegen den Wuppertaler SV aus der Regionalliga-West nahm er als einen souveränen Auftritt des FSV mit viel Ballkontrolle wahr. „Das sah schon wieder sehr gut aus“, lobt er die Kollegen. Neben Strandspaziergängen im Sonnenschein unternahmen er und ein Teil des Teams schon einen Ausflug ins nahegelegene Antalya, wo sich – unter Anleitung von Cemal Sezer - die Altstadt angeschaut und ein traditionelles Essen eingenommen wurde.
Ziemlich schneller Start bei den Schwänen
Dass aller Anfang schwer ist, weiß Daniel Haubner. „Ich musste mich erst einmal an das neue Team, das System und meine Rolle gewöhnen“, blickt der 27-Jährige auf die Zeit im Sommer zurück. Die Eingewöhnungszeit, die er letztlich benötigte, um sich beim FSV Zwickau einen Stammplatz zu erarbeiten, dauerte allerdings nicht sonderlich lange. Seit dem sechsten Spieltag tauchte er – bis auf eine Ausnahme – stets in dieser auf . Zusammen mit Kapitän Andrej Startsev bildete er das zentrale Mittelfeld.
Das erste Heimtor war direkt siegbringend
Und wo das Tor steht, weiß der kreative Kopf auch. Sein erstes Tor schoss er auswärts bei der zweiten Mannschaft von Hertha BSC. Das erste Heimtor in der „GGZ-Arena“ war das siegbringende gegen den Greifswalder FC. „Das war ein richtiger schöner Augenblick, vor der vollen Fankurve das entscheidende Tor zu erzielen“, beschreibt der Neuzugang aus Meuselwitz sein zweites Saisontor und ergänzt ein weiteres Highlight: „Auch das 4:0 gegen den CFC war überragend.“ Sein drittes Tor schoss Haubner beim 2:2 gegen Rot-Weiß Erfurt, trat zudem dreimal als Vorlagengeber in Erscheinung. Besonders gefährlich sind die Freistöße und Eckbälle des Linksfußes.
Comeback zum Saisonfinale?
Der Mittelfeldspieler möchte mit dem FSV Zwickau unter den Top fünf der Regionalliga-Nordost bleiben sowie das „Trauma Sachsenpokal“ endlich beenden. „Ja, ich weiß um diese Geschichte, ich weiß aber auch, wie ein Landespokal gewonnen wird.“ Genau das hat Haubner nämlich vorige Saison mit dem ZFC Meuselwitz erlebt. Im Finale um den „Thüringenpokal“ wurde der FC An der Fahner Höhe mit 3:1 geschlagen. Den Führungstreffer steuerte er dabei. In der Liga wiederum ist der Start aus der Winterpause für die Schwäne enorm wichtig. Dass diese in der Lage sind, auch die Top-Teams zu schlagen, wurde beispielsweise gegen den souveränen Tabellenführer 1. FC Lokomotive Leipzig, gezeigt. Die Schmitt-Schützlinge konnten bockstarke vier Punkte gegen die Lok‘sche holen. „Mein Ziel ist es, zum Saisonfinale wieder fit zu sein und der Mannschaft zu helfen“, zeigt sich Haubner kämpferisch.




