Der Motorrad Grand Prix von Deutschland 2026 auf dem Sachsenring wird die elfte Station des wieder 22-teiligen WM-Kalenders sein.
Vom 10. bis 12. Juli gastiert die MotoGP bereits zum 28. Mal auf dem neuen Sachsenring. Zusammen mit den WM-Läufen von 1961 bis 1972 auf dem alten Straßenkurs wird es der 40. Motorrad-WM-Lauf am westlichen Stadtrand von Hohenstein-Ernstthal sein.
Auf eine so lange Rennsporttradition kann Ungarn nicht zurück blicken. 1990 und 1992 wurde auf dem Hungaroring bei Budapest gefahren, 2025 und an diesem Wochenende auf dem 2023 eröffneten Balaton Park Circuit am östlichen Rand des Plattensees.
Finanzielle Schwierigkeiten bringen Rennen auf die Kippe
Doch schon beim zweiten Großen Preis von Ungarn auf der noch ganz jungen und hochmodernen Anlage droht Ungemach, denn auf Grund finanzieller Schwierigkeiten des lokalen Promoters stand das Rennen schon in diesem Jahr auf der Kippe und die Vertragsverlängerung des nun auslaufenden Zwei-Jahres-Vertrages gilt als ausgeschlossen. Eventuell kehrt der Hungaroring 2027 in den Kalender zurück, doch müsste der seit 1985 im Wesentlichen unveränderte Formel-1-Kurs erst Motorrad-WM-tauglich gemacht werden.
Starker deutscher und vor allem sächsischer Nachwuchs
Von dem allen im Kern unbeeindruckt sind die Akteure der diesjährigen Rennen, von denen die Top-Stars der Premiumklasse MotoGP heute schon ihr obligatorisches Sprintrennen am Samstagnachmittag austrugen. Zum Tagesabschluss durfte der potenzielle Grand-Prix-Nachwuchs des Motor Northern Cup mit starker deutscher und vor allem sächsischer Beteiligung ran.
Für die jungen Wilden ist es an diesem Wochenende die dritte Saisonstation. Den Auftakt bestritten sie im Rahmen der Superbike-WM in Assen, danach ging es für sie im Rahmen der IDM-Nachfolgeserie Euro Moto auf dem Sachsenring weiter. Nun folgte der erste Auftritt im Rahmen der MotoGP, auf den zwei weitere, in zwei Wochen im tschechischen Brno sowie im Juli auf dem Sachsenring, folgen werden.
Sächsisches Titelduell im Moto4 Northern Cup
Bisher sieht alles nach einem Zweikampf um den Titel zwischen Anina Urlaß und Robin Siegert aus. Die 15-Jährige aus Hohndorf bei Stollberg und der gleichaltrige Lengefelder führten mit bislang einem bzw. zwei Saisonsiegen die Tabelle an und fuhren auch auf dem Balaton Park Circuit in ihrer eigenen Liga. Rundenlang führte die junge Rennlady und ihr Verfolger in der Tabelle verfolgte sie auch im Rennen bis zur letzten Runde.
In dieser lancierte Robin Siegert schließlich den erwarteten Angriff auf die Spitze, welcher gelang. Anina Urlaß wollte logischerweise dagegen halten, verlor allerdings nicht nur den Platz, sondern schied sogar per Sturz aus. Mit seinem nun schon dritten Saisonsieg, nach deren zwei zuletzt auf dem Sachsenring, übernahm Robin Siegert auch die Führung in der Meisterschaft.
Thias Wenzel aus Hermannsburg in Niedersachsen erbte Platz zwei und sicherte somit trotzdem den deutschen Doppelsieg ab. Dritter wurde der Tscheche Roman Durdis, der Schützling des Moto2-WM-Piloten Filip Salac. In der sechsköpfigen Verfolgergruppe von Urlaß und Siegert mischten auch Danny Hinkelmann aus Königsfeld und Jason Rudolph aus St. Egidien mit. Sie belegten am Ende die beachtlichen Plätze sechs und sieben. Die ebenfalls für den AMC Sachsenring fahrende Smilla Göttlich aus Eibau wurde ebenso gute Elfte.
Der King is back
Als vorletzten Programmpunkt des Tages trugen die MotoGP-Rider ihr Samstag-Sprintrennen über 13 Runden aus. Morgen geht es dann über die doppelte (volle) Distanz. Nach schwierigem Saisonanfang und einer neuerlichen Sturzverletzung war der neunfache und Vorjahres-Weltmeister Marc Marquez vom Ducati Lenovo Team in der Tabelle arg ins Hintertreffen geraten.
Abschreiben sollte man den Spanier aber nie, was er mit bisher wenigstens einem Saisonsieg und zwei Sprintsiegen unter Beweis gestellt hatte. Diesen fügte er als vermeintlicher und selbsternannter Außenseiter heute einen weiteren Sprintsieg hinzu. Bemerkenswert war vor allem, wie souverän dieser ausfiel. Wenngleich der Rückstand des Zweitplatzierten, seines Landsmanns Pedro Acosta vom Team Red Bull KTM Factory Racing, im Ziel nur 1,548 Sekunden betrug, war sein Sieg zu keinem Zeitpunkt ernsthaft in Gefahr.
Dritter wurde der weiterhin klare WM-Leader Marco Bezzecchi aus Italien vom Team Aprilia Racing. Die weiteren Plätze sicherten sich Raul Fernandez (ESP, SuperFile Trackhouse MotoGP Team, Aprila), Fermin Aldeguer (ESP, BK8 Gresini Racing MotoGP, Ducati) und Jorge Martin (ESP, Aprilia Racing).
Hinter dem Überraschungsmann, Moto2-Weltmeister 2025 und MotoGP-Aufsteiger Diogo Moreira (BRA, Pro Honda LCR) und Enea Bastianini (ITA, Red Bull KTM Tech3) wurde der Marc-Marquez-Stallgefährte Francesco „Pecco“ Bagnaia (ITA, Ducati Lenovo Team) Neunter vor Fabio di Giannantonio (ITA, Pertamina Enduro VR46 Racing Team, Ducati), gleichbedeutend mit dem letzten vakanten WM-Punkt am Samstag.
Die letzten deutschen Motorrad-WM-Mohikaner mit guten Chancen
Für die Piloten der kleinen WM-Klassen Moto2 und Moto3 ging es heute nur um die Startaufstellungen für ihre morgigen Rennen. Zunächst sicherte sich im Moto3-Qualifying der Spanier David Almansa vom Memminger Team Liqui Moly Dynavolt Intact GP die Pole Position vorm klaren WM-Spitzenreiter Maximo Quiles (ESP, CFMOTO Gaviota Aspar Team) und Brian Uriarte (ESP, Red Bull KTM Ajo).
Im Moto2-Zeittraining drehte der aktuelle WM-Zweite Izan Guevara (ESP, BLU CRU Pramac Yamaha Moto2) die schnellste Runde vor besagtem Filip Salac (CZE, OnlyFans American Racing Team). Auf den Plätzen drei und vier landete die fahrende Moto2-Abteilung des Teams LIQUI MOLY Dynavolt Intact GP, der Australier Senna Agius und der WM-Spitzenreiter Manuel Gonzalez, ebenfalls aus dem Motorradrennsport-Schlaraffenland Spanien.
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