Den Sachsenring kostenlos unter die Räder nehmen und dabei Gutes tun

„Fellows Ride“ bittet morgen auf der Kultrennstrecke um Spenden für Depressionshilfe

Hohenstein-Ernstthal

Die Motoren sind nach dem Premieren-Wochenende der neuen Euro-Moto-Rennserie als Nachfolgerin der IDM (Internationalen Deutschen Motorradmeisterschaft) auf dem Sachsenring gerade erst verstummt. Da geht es, wenngleich ein paar Nummern kleiner, auf dem Traditionskurs schon wieder rund. Am morgigen Mittwoch, dem 13. Mai, setzt das VSZ Sachsenring ein besonderes Zeichen zur regionalen Solidarität und stellt die Rennstrecke der bundesweiten Benefiz-Motorradbewegung „Fellows Ride“ und in diesem Zusammenhang allen interessierten Motorrad- sowie Auto-Fahrern aller Marken kostenfrei zur Verfügung. Teilnehmende können an diesem Nachmittag mehrfach ein paar Runden auf der Rennstrecke drehen, wobei Spenden für die Initiative gesammelt werden.

Lockeres Vergnügen zu ernstem Thema

„Fellows Ride“ ist eine Initiative, die sich dem Thema Depressionen mit verschiedenen Aktionen annimmt. Die Idee dahinter ist, Motorradfahren und Gutes tun. Der Würzburger Dieter Schneider hat mit seinem Motorrad die ganze Welt bereist. Einst nahm er in Australien am sogenannten „Black Dog Ride“ teil, einer Motorradausfahrt zugunsten der Suizidprävention und Depressionshilfe. Das hatte ihn dazu inspiriert, in Deutschland die Motorrad-Demonstrationen „Fellows Ride“ zu starten.

Kooperationspartner und letzten Endes die durchführende Partei in Sachsen ist Dr. Peggy Renger aus Markleeberg, die sowohl den Sachsenring-Termin auf die Beine gestellt hat und zudem am 30. Mai den Fellows Ride erstmals nach Sachsen holt. An jenem Samstag wird Leipzig zum Treffpunkt für rund 100 Motorradfahrer und Motorradfahrerinnen, die gemeinsam ein Zeichen für mentale Gesundheit, Offenheit und Suizidprävention setzen. In über 30 teilweise internationalen Städten engagiert sich die Benefiz-Motorradbewegung bereits für mehr Sichtbarkeit des Themas, das oft verschwiegen wird, obwohl es mitten unter uns ist.

Am Nachmittag geht es rund

Die Gesamtveranstaltung am Sachsenring am morgigen Mittwoch geht von 15 bis 22 Uhr. Gefahren werden kann, natürlich unterteilt in Motorrad und Auto, von 16 bis 18 Uhr. Darüber hinaus wird es im Pressezentrum zahlreiche Info-Stände ringsum die Gesundheit allgemein, aber natürlich auch zu diesem diffizileren Thema mentale Gesundheit. Während das Fahren kostenfrei, jedoch mit der eindringlichen Bitte um Spenden, erfolgt, wird für die Teilnahme am „theoritischen“ Teil eine Gebühr erhoben. Die Anmeldung erfolgt über die Homepage www.kraft-auftanken.de. Darüber sind auch weitere Informationen zum 30. Mai in Leipzig zu beziehen.

Selbst betroffen und helfend an der Seite anderer

„Auf den Sachsenring und an Ruben Zeltner (Geschäftsführer des VSZ Sachsenring) bin ich bei einem meiner regelmäßigen Teilnahmen an den Unternehmer-Frühstücks jeden Donnerstag am Sachsenring gekommen“, erklärte Dr. Peggy Renger im Vorfeld und stellte sich gleich selbst ein wenig vor: „Ich bin promovierte Erwachsenenpädagogin und habe fast 20 Jahre bei VW in der Personal-Entwicklung gearbeitet. Irgendwann war auch ich vom Personalabbau betroffen. Ich fahre selbst Motorrad und war vor drei Jahren selber im Burnout. Da Wartezeiten auf Behandlungstermine immens sind, habe ich mich damals gleich in dieser Richtung weitergebildet und selbst einen Weg da raus gefunden. Nach weiteren Coaching-Abschlüssen habe ich mich selbstständig gemacht und will jetzt Leuten im Burnout oder mit Burnout-Prävention helfen. Dass wir den Sachsenring nutzen dürfen, dafür bin ich, stellvertretend für die Teilnehmer, Ruben Zeltner unheimlich dankbar.“

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